Russland 07.10.2010

Vier Jahre nach dem Mord an Anna Politkowskaja: ROG und Amnesty International protestieren in Paris

© RSF / Pierre Payan

Zum Jahrestag der Ermordung von Anna Politkowskaja haben Reporter ohne Grenzen (ROG) und Amnesty International am 6. Oktober in Paris gegen die Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit in der Russischen Föderation protestiert. Auf dem Vorplatz der Menschenrechte in der Nähe der Metro-Station Trocadéro haben sich rund 60 Aktivisten der beiden Organisationen versammelt. Anna Politkowskaja, die über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien berichtet hatte, war am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen worden.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration trugen Schilder und bildeten damit eine sogenannte römische Schildkröte: Alle Tafeln waren mit Buchstaben beklebt. Zusammengefügt ergaben sie auf der Oberseite die Botschaft „Russie: Liberté assassinée“ (übersetzt: „Russland: ermordete Freiheit“). Die an den Außenseiten positionierten Schilder zeigten die Porträts ermordeter russischer Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Anwälte.

 

Mit der Aktion haben die Protestierenden Anna Politkowskaja und allen anderen getöteten russischen Medienmitarbeitern und Menschenrechtsaktivisten ihre Ehre erwiesen. Zugleich illustrierten die Demonstranten ihre Solidarität mit verfolgten Medienschaffenden in der Russischen Föderation und würdigten deren Mut.

 

Das Klima der Verfolgung und der Straflosigkeit für Gewalt gegen Reporter und Menschenrechtsaktivisten hält weiter an. Die meisten dieser Straftaten bleiben ungesühnt: Vergeblich warten die Opfer oder Hinterbliebenen von Mordopfern wie Politkowskaja auf transparente und unabhängige Ermittlungen. Weder die Auftraggeber der Verbrechen noch diejenigen, die sie ausgeführt haben, werden vor Gericht gebracht.

 

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