Usbekistan 10.10.2008

Zehn Jahre Gefängnis für einen usbekischen Journalisten

Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die Verurteilung des Journalisten Salidschon Abdurachmanow zu zehn Jahren Haft am 10. Oktober. Ein Gericht in Nukus, der Hauptstadt der usbekischen Teilrepublik Karakalpakstan, warf dem Journalisten „Drogenhandel“ vor. „Das Urteil ist unverhältnismäßig und unfair. Es ist ein Vorwand, um einen unabhängigen Journalisten und Menschenrechtsaktivisten zum Schweigen zu bringen“, kritisierte ROG.

 

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Pressemitteilung vom 12.6.08

 

Journalist wegen angeblichen Drogenbesitzes verurteilt

 
Reporter ohne Grenzen hat erfahren, dass der Journalist und Menschenrechtler Solidzhon Abdurakhmanov in der autonomen Region Karakalpakstan wegen Drogenbesitzes festgenommen wurde. Kollegen von Abdurakhmanov halten diesen Vorwurf für fingiert.

 

Ein Gericht in der regionalen Hauptstadt Nukus ließ den Journalisten gestern in Untersuchungshaft nehmen. Der genaue Zeitpunkt der eigentlichen Festnahme ist allerdings noch nicht bekannt. Unbestätigten Berichten zufolge wurde er am 7. Juni verhaftet – zwei Tage vor dem Beginn eines von der Regierung veranstalteten Seminars über Pressefreiheit in der usbekischen Hauptstadt Tashkent.

 

„Wir verurteilen Abdurakhmanovs Verhaftung. Besonders zum Zeitpunkt einer Konferenz über Medienfreiheit ist dies sehr zynisch“, so Reporter ohne Grenzen. „Wie schon in anderen Fällen scheint der Vorwurf des Drogenbesitzes nur dem Vorwand zu dienen, einen politischen Häftling als regulären Strafgefangenen darzustellen.“

 

Abdurakhmanov ist regionaler Vorsitzender des „Committee for the Protection of Human Rights in Karakalpakstan“ und schreibt für unabhängige Internetnachrichtenseiten. Seine Kollegen nehmen an, dass der Vorwurf des Drogenbesitzes fingiert und der wahre Grund für die Festnahme seine journalistische Arbeit ist.

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