Pakistan 19.11.2007

Zensierte TV-Sender: Private Sender weltweit bekunden Solidarität

Auf Initiative von Reporter ohne Grenzen unterstützen private Fernsehsender aus aller Welt die in Pakistan geschlossenen privaten TV-Sender. In einer gemseinsamen Erklärung verurteilen sie, dass „Millionen pakistanischer Bürger seit der Verhängung des Ausnahmezustands am 3. November keinen Zugang mehr zu unabhängigen Informationen haben“. Aus Deutschland haben sich N24, Sat.1, RTL und n-tv an dem Aufruf beteiligt.

„Wir, Geschäftsführer und Chefredakteure privater Fernsehsender in Europa, Afrika, Asien und Amerika, fordern Präsident Pervez Musharraf auf, die Schließung der privaten Sender augenblicklich rückgängig zu machen“, heißt es weiter in dem Appell. „Sie widerspricht den Grundprinzipien freier Berichterstattung und freier Marktwirtschaft. Wir bekunden unsere Solidarität mit den pakistanischen Fernsehsendern und ihren Angestellten.“

Neben Jörg Harzem (Chefredakteur „N24“),
Torsten Rossmann (Vorsitzender Geschäftsführung N24),
Nik Niethammer (Chefredakteur „Sat.1“),
Peter Kloeppel („RTL“-Chefredakteur) und
Volker Wasmuth (Chefredakteur „n-tv“)
haben unterzeichnet:
Mark Wood, Geschäftsführer des britischen „ITN“,
Chuck Lustig, Chefredakteur „ABC News“ USA,
Guillaume Dubois, stellvertretener Geschäftsführer des französischen „BFMTV“,
Yves Bigot, vom belgischen „RTBF“,
Saad Mohseni, Vorsitzender Moby Media Group (u.a. „Tolo TV“), Afghanistan,
Stéphane Rosenblatt, Leiter des belgischen „RTL-TVI“,
Gilles Marchant, Leiter des schweizer „TSR“.

Seit dem 15. November können die beiden privaten Fernsehsender, „Aaj TV“ und „DawnNews“ wieder in Pakistan senden. „Aaj TV“ musste allerdings zwei Talkshows aus dem Programm nehmen.

Die pakistanische Regierung hat außerdem ein neues Rundfunkmediengesetz und einen Verhaltenskodex für Fernsehsender beschlossen, wodurch die Pressefreiheit in Pakistan weiter eingeschränkt wird.

Weitere Informationen:
Katrin Evers
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon +49-30-6158585 – Fax +49-30-6145649
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