Iran 17.06.2010

Zhila Bani Jaghob zu 30 Jahren Berufsverbot verurteilt

Die iranische Bloggerin, Journalistin und Frauenrechtlerin Zhila Bani Jaghob ist von der 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgericht zu 30 Jahren Berufsverbot verurteilt worden. Außerdem erhielt sie eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Die Richter befanden Bani Jaghob für schuldig, „Propaganda gegen die Staatsführung“ betrtrieben zu haben. Bani Jaghob wurde am 8. Juni über den Richterspruch informiert.

Die Journalistin gehört zu den ersten unabhängigen Reporterinnen im Iran. Seit Beginn ihrer journalistischen Karriere Anfang der 90er Jahre hat sie zahlreiche umstrittene Themen wie den Mord an iranischen Intellektuellen durch Sicherheitskräfte aufgegriffen und nahm dafür Repressionen und Gefängnisstrafen in Kauf.

Am 20. Juni 2009 wurde Bani Jaghob gemeinsam mit ihrem Mann, dem Journalisten Bahaman Ahamadi, und rund 20 weiteren Journalisten festgenommen. Die Feministin wurde am 24. August zunächst wieder frei gelassen, aber ihr Ehemann ist wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen weiterhin inhaftiert. Er wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Bani Jaghob ist Preisträgerin des „Reporter ohne Grenzen Awards“ von der Deutschen Welle und Reporter ohne Grenzen (ROG). Ihr wurde der Preis für ihre Verdienste um die Meinungsfreiheit im Iran verliehen, wie am 15. April 2010 bekannt gegeben wurde. Die Auszeichnung ist Teil des Blog-Wettbewerbs "Best Of The Blogs (BOBs)", den die Deutsche Welle jährlich veranstaltet. "

Zhila Bani Jaghobs persischsprachiger Blog enthält aktuelle Informationen zur Lage im Iran und greift insbesondere soziale und frauenspezifische Themen auf. Zhila ist in ihrer Heimat eine Vorkämpferin für die Meinungsfreiheit“, so Lucie Morillon, Leiterin des ROG-Referates „Neue Medien“, bei der Bekanntgabe der Gewinner des "Best fo the Blogs"-Wettbewerb.
Die BOBs-Preisverleihung findet am 22. Juni 2010 im Rahmen des „Global Media Forums“ der Deutschen Welle in Bonn statt.


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