Irak 24.09.2007

Zwei Journalisten ermordet

Reporter ohne Grenzen beklagt die Morde an Jawad Al-Daami, Journalist des Satelliten-TV-Senders „Al-Baghdadiya“ und an Muhannad Ghanem Ahmed vom Radiosender „Dar Al Salam“. Al-Daami wurde am 23. September in Bagdad erschossen, Ahmed wenige Tage zuvor im nordirakischen Mossul.

„Die Lage der Medien im Irak ist weiterhin katastrophal“, so Reporter ohne Grenzen (ROG). „Seit Beginn der Kämpfe ist keine Woche vergangen, in der nicht ein Journalist ermordet wurde. Wir rufen die Behörden daher nochmals dazu auf, die Mordfälle gründlich zu untersuchen und aufzuklären. Der Straflosigkeit muss ein Ende bereitet werden.“ Die Zahlen 2007 sind noch erschreckender als die des Vorjahres: Bereits 55 Medienleute wurden dieses Jahr im Irak bereits getötet. In 2006 waren es insgesamt 50.

Ghanem Ahmed wurde am 20. September in der Nähe einer Moschee in Muharibin, einer Vorstadt Mossuls, niedergeschossen. Seine Mörder entkamen. Ahmed ist der sechste Journalist, der 2007 in Mossul getötet wurde.

Der 40-jährige Fernsehjournalist Al-Daami wurde in Al-Qadissiya, einer Vorstadt im Westen Bagdads, in seinem Auto ermordet. Er hatte im vergangenen Jahr für „Al-Baghdadiya“ gearbeitet. Ein weiterer Journalist des Senders, Mazahem Al-Hadithi, wurde im Juni des vergangenen Jahres nach fünftätiger Geiselhaft exekutiert.

Bagdad ist weiterhin die weltweit gefährlichste Stadt für Journalistinnen und Journalisten. Fast die Hälfte der 2007 weltweit in Ausübung ihres Berufes getöteten Reporter, nämlich 35 von 72, starben in der irakischen Hauptstadt.

Seit Beginn der Kämpfe im Irak vor mehr als vier Jahren wurden dort insgesamt 203 Medienleute getötet und 83 weitere entführt. 14 von ihnen werden noch immer gewaltsam festgehalten.


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