Somalia 11.08.2007

Zwei Radio-Journalisten getötet

Reporter ohne Grenzen ist entsetzt über die Morde an zwei bekannten somalischen Journalisten. Der Leiter von „Radio Capital Voice“, Mahad Ahmed Elmi, wurde heute auf dem auf dem Weg zur Arbeit im Mogadischu erschossen. Eine Bombe tötete kurz darauf Ali Iman Sharmarke, den Chef von „Horn Afrik“. Damit wurden dieses Jahr bereits sechs Medien-Mitarbeiter in Somalia getötet.

„Die somalische Übergangs-Regierung dringend etwas unternehmen, um Journalisten besser zu schützen“ fordert Reporter ohne Grenzen. „Es muss gründlich ermittelt und die Mörder müssen bestraft werden. Nur so sind weitere Gewalttaten zu verhindern.“
In keinem afrikanischen Land kamen dieses Jahr so viele Journalisten und Medienmitarbeiter ums Leben wie in Somalia.

Der somalische Journalistenverband (NUSOJ), eine Partnerorganisation von Reporter ohne Grenzen, erklärte, dass Elmi in dem Dorf Gubta am Rande Mogadischus in den Kopf geschossen wurde. Er starb später im Krankenhaus. Sharmarke wurde getötet, als er mit vielen anderen Journalisten von der Beerdigung Elmis kam. Die Bombe detonierte, als er mit seinem Auto vorbeifuhr. Ein anderer Journalist wurde dabei leicht verletzt und ein Dritter erlitt einen Schock.

Einen Tag zuvor wurde „Radio Mogadischu“-Journalist Abdihakin Omar Jimale an der Schulter verwundet, als Bewaffnete im Norden der Stadt auf ihn schossen. Er musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Außerdem wurden gestern vier Regierungsbeamte im Norden der Stadt getötet.

Lokale Radio- und Fernsehsender stellten ihre Sendungen aus Protest gegen die Gewalt vorübergehend ein.

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Katrin Evers
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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