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Russland

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 150 von 180
Russland 25.01.2021

Berichterstattung über Proteste zulassen

Russische Polizeikräfte nehmen einen Demonstraten fest
Russische Polizeikräfte nehmen einen Demonstranten fest © picture alliance / dpa / TASS / Sergei Savostyanov

Reporter ohne Grenzen kritisiert die Behinderung unabhängiger Berichterstattung bei den Protesten in Russland am Wochenende. Die unabhängige Gewerkschaft der Journalisten und Medienschaffenden dokumentierte allein am Sonnabend mehr als 50 Fälle, in denen Reporterinnen und Reporter behindert wurden, die über die Demonstrationen zur Unterstützung des inhaftierten Oppositionspolitikers Alexej Nawalny berichteten. In 17 Städten wurden Journalistinnen und Journalisten festgenommen, die meisten in St. Petersburg (16 Fälle), weitere unter anderem in Moskau, Chabarowsk, Nowosibirsk, Kasan und Wladiwostok.

Oft gingen die Sicherheitskräfte dabei mit Gewalt vor: In St. Petersburg wurde der Korrespondent des Radiosenders Echo Moskwy, Arseni Wesnin, bei der Festnahme geschlagen. In Moskau schlugen Polizisten einer Korrespondentin der kremlkritischen Nowaja Gaseta, Jelisaweta Kirpanowa, mit einem Schlagstock auf den Kopf, ihrer Kollegin Viktoria Odissonowa zertrümmerten sie das Objektiv des Fotoapparates. Nikita Stupin, Mitarbeiter des Kanals Avtozak Live, wurde nach eigenen Angaben mit einem Elektroschocker angegriffen.

Bereits vor Beginn der Demonstrationen hatten die Behörden unabhängige Medienschaffende teils massiv unter Druck gesetzt. So erhielten die RFE-Journalistin Swetlana Prokopjewa aus Pskow und der Moskauer Journalist Alexander Pljuschtschew (Echo Moskwy) Besuch von der Polizei, die sie davor warnen wollte, von den Demonstrationen zu berichten. Auch der Chefredakteur der Seite Mediazona, Sergej Smirnow, und die freie Journalistin Anastasia Lotarjewa wurden durch entsprechende „Warnungen“ bedrängt.

 



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