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Slowakei

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 33 von 180
Slowakei 18.02.2020

#FreeThemAll: Michal Havran

© picture alliance/APA/picturedesk.com

In der Slowakei ist der Theologe und Journalist Michal Havran, der für die Tageszeitung Sme arbeitet, angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Havran vor, sich der „Verleumdung“ schuldig gemacht zu haben.

In einem im Juni 2018 veröffentlichten Artikel hatte der Journalist einen katholischen Pfarrer für dessen homophobe Äußerungen und enge Beziehungen zu der ultranationalistischen Volkspartei Unsere Slowakei kritisiert. Sollte Havran schuldig gesprochen werden, dann droht ihm eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren.

Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) rief die slowakischen Behörden dazu auf, die Anklage gegen den Kolumnisten umgehend fallen zu lassen. CPJ-Vertreterin Gulnoza Said kritisierte darüber hinaus die Rechtslage in der Slowakei und stellte fest, dass es für die dort geltenden Verleumdungsgesetze „in einer Demokratie keinen Platz“ gebe. Einer Bitte um eine Stellungnahme zum Fall Havran kam die Staatsanwaltschaft in der Stadt Kosice nicht nach.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen belegt die Slowakei Platz 35 von 180.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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