#FreeThemAll: Mohamed Osman Mire | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Somalia 20.09.2019

#FreeThemAll: Mohamed Osman Mire

Alltag in Somalia
Alltag in Somalia © picture alliance / empics

Am 6. September dieses Jahres stürmten somalische Sicherheitskräfte die Redaktion des Fernsehsenders Horyaal TV, zwangen die anwesenden Mitarbeiter, das Gebäude zu verlassen, und unterbrachen die Berichterstattung. Einen Tag später wurde der Vorsitzende von Horyaal TV, Mohamed Osman Mire, festgenommen. Laut Informationen des Somali Journalists Syndicate, einer somalischen Journalistenorganisation, war der TV-Sender wegen eines kurz zuvor ausgestrahlten Berichts in das Visier der Behörden geraten. Der Beitrag hatte sich kritisch mit dem Konsum des in Somalia weitverbreiteten Rauschmittels Kath auseinandergesetzt.

Arnaud Froger, Chef des Afrikabüros von Reporter ohne Grenzen, bezeichnete die Schließung des TV-Senders als „vollkommen willkürlich“ und forderte die somalischen Behörden auf, Mohamed Osman Mire umgehend freizulassen. Bereits im Juni waren Horyaal TV und ein weiterer Fernsehsender auf Anweisung des somalischen Informationsministeriums abgeschaltet worden – angeblich wegen der Verbreitung von staatsgefährdender „Propaganda“.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



nach oben