Kennedy Muhindo Wema | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit

Kennedy Muhindo Wema

"Jetzt kann ich meine Konten und Daten schützen"

"Ich bin seit fast 20 Jahren Journalist. Ich arbeite in einem schwierigen Land mit einer Diktatur von Betrügerinnen und Betrügern, die sich hinter einem Anschein von Demokratie verstecken. Journalistinnen und Journalisten werden verhaftet und ermordet, die Medien von den Autoritäten geschlossen.

Ich wurde selbst schon verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, mein Radio wurde geschlossen und mein E-Mail-Konto von Regierungsagenten gehackt. Ich habe sogar Droh-Mails wegen meiner Arbeit als Korrespondent für Reporter ohne Grenzen bekommen. Vorher wusste ich nicht genug über digitale Sicherheit, ich kannte nur die Grundlagen, aber jetzt kann ich meine Konten und Daten sichern.

Einmal zurück zu Hause wird es eine gute Gelegenheit für mich sein, mein Training mit einigen Journalistinnen und Journalisten und Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern zu teilen. Ich glaube, dass ich die Pflicht habe, dafür zu sorgen, dass meine Zeit in Berlin auch anderen zu Nutzen kommt. Denn heutzutage ist Journalismus eine digitale Welt geworden. Es ist wichtig für Journalistinnen und Journalisten, auf dem neusten Stand zu sein."


Kennedy Muhindo Wema ist Journalist in der Demokratischen Republik Kongo.

Seit 2010 arbeitet er als Intendant des Radiosenders Sun Radio in Butembo, einer Stadt im Osten des Landes. Er nimmt am Berliner Stipendienprogramm von Reporter ohne Grenzen teil und ist Korrespondent der Organisation für die Demokratische Republik Kongo.

Besonders im Osten sind Journalistinnen und Journalisten häufig Angriffen, Einschüchterungen und offenen Drohungen von Rebellen, der Armee und Behörden ausgesetzt. Wema wurde 2002 kurz inhaftiert, weil er Informationen verbreitete, die den Behörden missfielen.

2011 wurde das Sun Radio für drei Monate geschlossen, ein Versuch des Staates, den Sender zum Schweigen zu bringen. Um Druck auf Wema auszuüben, wurde unter anderem sein Computer gestohlen und sein E-Mail Account gehackt. Seit Januar 2018 erhält Wema Drohungen per Mail. Das Training hilft ihm, sich gegen digitale Gefahren zu schützen und weiter professionell und sicher arbeiten zu können.

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