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Türkei

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 151 von 180
Türkei 27.02.2017

Deniz Yücel sofort freilassen

Korrespondent Deniz Yücel © Privat/Deniz Yücel/dpa

Reporter ohne Grenzen fordert die türkische Justiz auf, den Journalisten Deniz Yücel sofort freizulassen. Ein Untersuchungsrichter in Istanbul folgte am Montagabend (27.2.) dem Antrag der Staatsanwaltschaft und ordnete Untersuchungshaft für den Korrespondenten der Zeitung Die Welt an

"Deniz Yücel und alle anderen in der Türkei inhaftierten Journalisten müssen sofort freigelassen werden. Die Vorstellung ist unerträglich, dass ein Journalist monate- oder gar jahrelang in Untersuchungshaft einem ungewissen Schicksal entgegensehen muss, nur weil er seine Arbeit ernstgenommen hat", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Die gegen Deniz Yücel erhobenen Vorwürfe der Terrorpropaganda und der Aufwiegelung der Bevölkerung sind schlicht absurd."

Mihr führte aus: "Dass ein Korrespondent einer namhaften ausländischen Redaktion sich jetzt gegen solche Anschuldigungen erwehren muss, bedeutet eine neue Qualität der Verfolgung, die deutlich über die bisherigen Schikanen wie Einreisesperren oder verweigerte Akkreditierungen hinausgeht. Jeder weitere Tag, den Deniz Yücel im Gefängnis verbringen muss, ist eine Schande für die Türkei."

Die Türkei steht auf Platz 151 von 180 Ländern auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen. Derzeit sind dort rund 150 Journalisten im Gefängnis. Mindestens 49 sind in direktem Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit in Haft. In Dutzenden weiteren Fällen ist ein solcher Zusammenhang wahrscheinlich, lässt sich aber derzeit nicht nachweisen, weil die türkische Justiz selbst die Betroffenen und ihre Anwälte oft für längere Zeit über die genauen Anschuldigungen im Unklaren lässt.

In den vergangenen Monaten hat Reporter ohne Grenzen in zahlreichen Fällen Nothilfe für verfolgte Journalisten in der Türkei und im Exil geleistet.

Hinweis:

Am Dienstag ab 17 Uhr spricht ROG-Geschäftsführer Christian Mihr auf einer von dem Bundestagsabgeordneten Özcan Mutlu initiierten Demonstration vor der türkischen Botschaft in Berlin.



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