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Türkei

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 155 von 180
Türkei 04.03.2017

Vorverurteilung von höchster Stelle

© picture alliance / AA

Reporter ohne Grenzen verurteilt die Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Fall des in der Türkei in Untersuchungshaft sitzenden Korrespondenten Deniz Yücel.

"Präsident Erdogan hat mit seinen gravierenden, durch nichts belegten Anschuldigungen jeden noch so kleinen Rest Hoffnung auf eine rechtsstaatliche Behandlung von Deniz Yücel zunichte gemacht", sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. "Spätestens nach dieser unentschuldbaren Vorverurteilung von höchster Stelle ist an ein faires Gerichtsverfahren nicht mehr zu denken. Schon alleine deshalb muss Deniz Yücel sofort freigelassen werden."

Erdogan hatte Yücel am Freitagabend in einer Rede als "PKK-Vertreter" und "deutschen Agent" bezeichnet.

Die Türkei steht auf Platz 151 von 180 Ländern auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohen Grenzen. Derzeit sind dort rund 150 Journalisten im Gefängnis. Mindestens 49 sind in direktem Zusammenhang mit ihrer journalistischen Tätigkeit in Haft. In Dutzenden weiteren Fällen ist ein solcher Zusammenhang wahrscheinlich, lässt sich aber derzeit nicht nachweisen, weil die türkische Justiz selbst die Betroffenen und ihre Anwälte oft für längere Zeit über die genauen Anschuldigungen im Unklaren lässt.

Reporter ohne Grenzen hat in den vergangenen Monaten in zahlreichen Fällen Nothilfe für verfolgte Journalisten in der Türkei und im Exil geleistet.



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