#FreeThemAll: Joseph Gandye | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Tansania 06.09.2019

#FreeThemAll: Joseph Gandye

Polizist in Tansania
Polizist in Tansania © dpa

Der Journalist Joseph Gandye wurde am 22.August dieses Jahres in der tansanischen Hauptstadt Daressalam verhaftet. Zuvor war Gandye von den Behörden dazu aufgefordert worden, auf einer Polizeiwache zu erscheinen und Fragen zu einer Reihe von Fernsehbeiträgen zu beantworten, die er für den Online-Sender Watetezi TV angefertigt hatte. Darin hatte der Journalist Anfang August über die Misshandlung von Häftlingen durch die tansanische Polizei berichtet. Diese ließ nun in einem offiziellen Statement verlauten, dass Gandye wegen des Verdachts auf Falschberichterstattung festgenommen worden sei. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) und die Organisation Reporter ohne Grenzen haben die tansanischen Behörden dazu aufgefordert, Gandye umgehend freizulassen.

Seit in Tansania im April 2015 der sogenannte Cyber Crime Act in Kraft getreten ist, können Journalisten dort zu einer Mindeststrafe von drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von mindestens 2000 Euro verurteilt werden, wenn sie „falsche, trügerische, irreführende oder ungenaue“ Informationen veröffentlichen. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Tansania auf Platz 118 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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