Das Projekt

Der Media Ownership Monitor ist ein internationales Projekt , das von der deutschen Reporter Ohne Grenzen-Sektion initiiert wurde und mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung umgesetzt wird. Wir nehmen Medienbesitzer unter die Lupe und decken ihre Interessen auf. Ihre Meinungsmacht über die verschiedenen Mediensektoren – TV, Radio, Print und Online – bilden wir in unseren Online-Datenbanken anschaulich ab. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen wurde der Monitor 2015 erstmals in Kolumbien und Kambodscha eingeführt, 2016 folgen Tunesien, die Ukraine, Mongolei, Türkei, Philippinen und Peru. Weitere Länder sind in Planung.

Was ist der Media Ownership Monitor?

Der Media Ownership Monitor (MOM) ist ein standardisiertes Recherche- und Publikationsinstrument, das Besitzverhältnisse nationaler Massenmedien transparent macht. Wer besitzt die reichweitenstärksten Medien eines Landes und wer kontrolliert sie? Medienbesitzer werden unter die Lupe genommen, ihre Interessen aufgedeckt, ihre Meinungsmacht über die verschiedenen Mediensektoren – TV, Radio, Print und Online –  abgebildet und als Online-Datenbank veröffentlicht.
Aus den Eigentumsanteilen der größten Medienbesitzer und -häuser in Verbindung mit Marktanteilen (Marktmacht) sowie der Reichweiten ihrer Medien (Meinungsmacht) ergibt sich im zweiten Schritt ein Indikator dafür, wie stark der Medienpluralismus in einem Land gefährdet ist.
Mit dieser Bestandsaufnahme, deren Daten ständig aktualisiert und eingeordnet werden, schärfen wir das politische Bewusstsein für das Problem der Medienkonzentration, stoßen Debatten an und helfen, die rechtlichen Rahmenbedingungen in den entsprechenden Ländern zu verbessern. Langfristiges Ziel ist es, einen unabhängigen, leistungsfähigen und pluralistisch organisierten Mediensektor zu fördern, der als Basis für das individuelle Grundrecht auf Meinungsfreiheit und informationelle Selbstbestimmung dient.
Finanziert vom deutschen Bundesministerium für Entwicklung und Wirtschaftliche Zusammenarbeit, wird der Media Ownership Monitor bislang in Entwicklungsländern durchgeführt – auch wenn Konzentrationstendenzen in allen Ländern zu beobachten sind und der MOM als standardisiertes Instrument global funktioniert.

Wie funktioniert der Media Ownership Monitor?

Grunsätzlich unterscheiden wir zwischen internem und externem Medienpluralismus. Mit internem Pluralismus ist die Vielfalt von Inhalten, Sichtweisen und Meinungen innerhalb einer Publikation, einer Sendung oder eines Medienangebotes allgemein gemeint. Externer Pluralismus bezieht sich auf die Vielfalt eines Medienmarktes insgesamt, also die Zahl und Diversität der Anbieter. Das Gegenteil von Medienpluralismus – also Medienkonzentration – kann in beiden Dimensionen auftreten und sich gegenseitig verstärken. Risiken für die Demokratieentwicklung entstehen daraus, wenn

  • nur wenige Marktteilnehmer einen dominierenden Einfluss auf die öffentliche Meinung haben und die Eintrittsbarrieren für neue Anbieter besonders hoch sind (Konzentration von Medienbesitz);
  • Medieninhalte gleichförmig gestaltet sind und bestimmte Meinungen, Strömungen und Teile der Gesellschaft ausgeschlossen sind (Konzentration von Medieninhalt);
  • das Publikum, trotz möglicherweise vielfältigem Angebot, nur wenige Medien tatsächlich nutzt (Konzentration der Mediennutzung).

MOM konzentriert sich auf den externen Medienpluralismus, also die Untersuchung des Medienmarktes nach Angebot und Nachfrage. Dabei lassen wir uns von der Frage leiten: wer kontrolliert die Medien? – und beantworten sie, in dem wir

  • über die Eigentümer der wichtigsten Medien eines Landes, sortiert nach den Gattungen Print, TV, Radio und Online informieren;
  • den Einfluss dieser Medien und ihrer Besitzer nach der Reichweite gewichten;
  • den Kontext von politischen Verbindungen und anderen Interessen dieser Eigentümer aufdecken und
  • den regulatorischen und medienrechtlichen Rahmen, sowie die Wirksamkeit existierender Gesetze oder auch deren Mängel darstellen.

Die Datenerhebung, Analyse und Publikation erfolgt nach einer generell gültigen Methodik, die in allen Zielländern eingesetzt wird. Quellen sind die Medienunternhemen selbst, öffentlich zugängliche Verzeichnisse und zusätzliche, journalistische Recherche. Alle Ergebnisse werden online veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert.

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