Prize for Courage | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit

Nominierte: Prize for Courage

Der Preis für Mut - Courage - wird an Journalist*innen, Medien oder Nichtregierungsorganisationen vergeben, die Mut in der Praxis, Verteidigung oder Förderung von Journalismus in einem feindlichen Umfeld und trotz Bedrohung ihrer Freiheit oder Sicherheit beweisen. Der Prize for Courage 2019 wird von Posteo e.K. gesponsort.

Igor Rudnikov (Russland)

© Luisa Pohlmann

Igor Rudnikov

Rudnikov, bekannt für seine investigative Berichterstattung über Korruption und die Veruntreuung öffentlicher Gelder, ist Gründer und Herausgeber von Novye Kolesa, der führenden unabhängigen Zeitung in der westlichen russischen Enklave Kaliningrad. Wegen seiner entschlossenen Berichterstattung wurde er zum Ziel von zwei Mordversuchen, vielen Strafverfolgungsmaßnahmen und mehreren Polizeirazzien. Nachdem er über Unregelmäßigkeiten des Immobilienvermögens von Victor Ledenev, einem ehemaligen Generalstaatsanwalt in Tschetschenien, der nach Kaliningrad versetzt worden war, berichtet hatte, wurde er schließlich inhaftiert. Trotz der Gefahr, in Einzelhaft genommen zu werden, hat er es geschafft, mehrere Artikel zu veröffentlichen und im Gefängnis ein Buch geschrieben, in dem das Zitat vorkommt: "Der Gedanke kann nicht in Handschellen gelegt oder ins Gefängnis geworfen werden. Er wird immer frei sein". Im Juni 2019 wurde Rudnikov entlassen.

Eman al Nafjan (Saudi-Arabien)

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Eman al Nafjan

Eman al Nafjan, Gründerin der Website SaudiWoman.me und Autorin zahlreicher Artikel in internationalen Medien (Guardian, New York Times), leitete die saudi-arabische Frauenkampagne für das Recht auf Fahren und gegen das repressive männliche Vormundschaftssystem in Saudi-Arabien. Im Mai 2018 wurde sie zusammen mit anderen Frauenrechtler*innen verhaftet und am 28. März 2019 unter Auflagen freigelassen. Nach Angaben der saudi-arabischen Medien wird ihr vorgeworfen, die "nationale Sicherheit" zu gefährden, "verdächtige Kontakte zu ausländischen Körperschaften" zu unterhalten und eine "Verräterin" zu sein – Vorwürfe, für die ihr bis zu 20 Jahre Haft drohen.

Paolo Borrometi (Italien)

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Paolo Borrometi

Der 1983 in Sizilien geborene italienische Schriftsteller und Journalist Paolo Borrometi ist ein Experte für die sizilianische Mafia. Aufgrund seiner mutigen Berichterstattung für die Zeitung Giornale di Sicilia und La Spia, der von ihm im Jahr 2013 ins Leben gerufenen Nachrichten-Website, wurde er häufig bedroht und wird rund um die Uhr von fünf Polizisten geschützt. Im April 2018 vereitelte die italienische Polizei einen Plan, ihn und die Polizeibeamten mit einer Bombe zu töten. Im Januar 2019 erhielt er eine Nachricht: "Du hast nur noch wenig Zeit." In Rom, wo er heute aus Sicherheitsgründen lebt, setzt er seinen unermüdlichen Kampf gegen die organisierte Kriminalität fort, obwohl er weiterhin systematisch bedroht wird.

Lola Aronovich (Brasilien)

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Lola Aronovich

Die Akademikerin Lola Aronovich, begann 2008 ihren Blog Escreva Lola Escreva zu schreiben, der sie zu einer der bekanntesten und meistgelesenen feministischen Bloggerinnen Brasiliens machte. Seither erhielt sie tausende Morddrohungen. Obwohl einer der Hauptverursacher der Online-Angriffe im Jahr 2018 verhaftet wurde, setzen sich die Drohungen gegen sie und ihre Familie fort. Nach einem Gesetz, das im April 2018 in Kraft getreten ist - in Anlehnung an ihren Kampf gegen Online-Gewalt als "Lola-Gesetz" bezeichnet - kann die Bundespolizei nun frauenfeindliche Online-Kriminalität besser verfolgen.

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