Prize for Independence | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit

Nominierte: Prize for Independence

Der Preis für Unabhängigkeit wird an Journalisten, Medien oder NRO vergeben, die sich Druck - sei es finanziellem, politischem, wirtschaftlichem oder religiösem - widersetzen. Oder weil sie sich zu beispielhaften Werten und Standards zur Durchsetzung von Pressefreheit bekennen und diese durchsetzen. Der Preis wird von TV5 Monde präsentiert.

Caroline Muscat (Malta)

© Luisa Pohlmann

Caroline Muscat

Nach der Ermordung der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia im Oktober 2017 half Caroline Muscat bei der Gründung von The Shift News, einer unabhängigen investigativen Nachrichten-Website, die sich für die Bekämpfung von Korruption und die Verteidigung der Pressefreiheit in Malta einsetzt. In diesem kleinen Inselstaat, in dem die meisten Medien der Regierung untergeordnet sind, hat Muscat zahlreiche Fälle von Korruption unter lokalen Politiker*innen aufgedeckt. The Shift News wurde wiederholt das Ziel von Knebelklagen. Trotzdem gibt die Plattform Forderungen der britischen Firma Henley&Partners Inhalte zu entfernen nicht nach. Diese Firma berät Regierungen in Fragen der Residenz- und Citizenship-by-Investment-Strategie. Muscat hat für ihre journalistischen Leistungen viele Auszeichnungen erhalten, unter anderem von der Europäischen Kommission.

DAWN (Pakistan)

© Luisa Pohlmann

DAWN

Dawn ist Pakistans älteste Tageszeitung und Inbegriff von Sorgfalt und Offenheit. Es ist zurzeit das einzige große Medienunternehmen, das sich noch dem Druck des pakistanischen Militärs - der den Status eines Staates innerhalb des Staates –  widersetzt. Eine besonders schockierende Methode wurde eingesetzt, um die Unabhängigkeit von Dawn im Vorfeld der Wahlen im Juli 2018 zu untergraben, als Sicherheitskräfte die Verteilung der Zeitung einfach blockierten. In diesem Jahr hat das Militär Unternehmen angewiesen, keine Werbung bei Dawn zu platzieren, um dessen wirtschaftliche Rentabilität zu zerstören und sie so in die Knie zu zwingen. Dennoch haben sich Management und Redaktion der Zeitung entschlossen, dem Druck durch ihre journalistischen Unabhängigkeit zu widerstehen.

Amadou Vamoulké (Kamerun)

© Luisa Pohlmann

Amadou Vamoulké

Als einer der führenden Repräsentanten des engagierten Journalismus in Kamerun und ein starker Unterstützer der Entkriminalisierung von Pressevergehen und der Beendigung des staatlichen Monopols wurde Amadou Vamoulké im Juli 2016 inhaftiert. Ihm wird vorgeworfen, sechs Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln veruntreut zu haben, die für das staatliche Radio und Fernsehen CRTV, das er neun Jahre leitete, ausgegeben wurden.

Diese Anschuldigungen werden ohne Zeugen oder Beweise aufrecht erhalten, und bis Mitte Mai 2019 wurde sein Prozess bereits 20 Mal verschoben. Er zahlt eindeutig den Preis für seinen Einsatz  für journalistische Ethik und redaktionelle Unabhängigkeit, der sich in seiner Berichterstattung für CRTV zu sensiblen Themen gegen den Widerstand seiner Vorgesetzen zeigt.

Confidencial (Nicaragua)

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Confidencial

Confidencial, eine 1991 gegründete Wochenzeitung, ist eine der angesehensten unabhängigen Medien in Nicaragua. Aufgrund der Qualität ihrer investigativen Berichterstattung und Analysen zur politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes wurden die Journalist*innen wiederholt schikaniert, blieben dennoch ihrer journalistischen Ethik und Unabhängigkeit treu. Seit dem Beginn einer großen Welle von regierungsfeindlichen Protesten im April 2018 hat sich die Situation ihrer Mitarbeiter*innen immer stärker polarisiert und ist gefährlich geworden. Zahlreiche Morddrohungen zwangen Redakteur Carlos Fernando Chamorro zur Flucht ins benachbarte Costa Rica. Von dort aus arbeitet er dennoch weiter.

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