Elfenbeinküste

Guy-André Kieffer

Verschwunden seit dem 16. April 2004

Der französische Journalist Guy-André Kieffer wurde am 16. April 2004 auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Abidjan entführt. Im Zuge seiner Recherchen über fragwürdige Praktiken beim Anbau und Export von Kakao wollte er sich dort mit Michel Legré treffen, dem Schwager von First Lady Simone Gbagbo.

Wenige Tage später erstattete Kieffers Familie in Paris und Abidjan Anzeige gegen unbekannt wegen Entführung und illegaler Festnahme; Reporter ohne Grenzen schloss sich als Nebenklägerin an. Es folgten jahrelange ergebnislose Gerichtsverfahren, in denen auf jeden neuen Ansatz eine Enttäuschung folgte. Kieffers Leiche ist noch immer nicht gefunden worden.

Die ivorischen und französischen Behörden haben der Familie Kieffer und Reporter ohne Grenzen zwar mehrfach versprochen, Licht in den Fall zu bringen. Das Schweigen der Verdächtigen, die allesamt aus dem Umfeld des damaligen Präsident Laurent Gbagbo kommen, konnten sie jedoch nicht brechen. Als Gbagbo 2011 von Alassane Ouattara als Präsident abgelöst wurde, weckte dies Hoffnungen, dass die Ermittlungen erfolgreicher fortgeführt werden könnten. Doch trotz entsprechender Zusagen von Präsident Ouattara an Reporter ohne Grenzen im Mai 2014 gab es keinen Fortschritt.

Im September 2013 wurde der französische Untersuchungsrichter Patrick Ramael versetzt, der den Fall seit zehn Jahren bearbeitete. Entscheidend ist nun, dass sein Nachfolger Cyril Paquaux den Fall nicht mangels neuer Spuren schließt, sondern weiter ermittelt.