Bahrain

Nasiha Said

Gefoltert am 22. Mai 2011

Nasiha Said gehört als damalige Korrespondentin des Fernsehsenders France 24 und des Radiosenders Radio Monte Carlo Dualija zu den vielen Opfern des brutalen Vorgehens gegen Regimekritiker und Journalisten, mit dem Bahrains Regierung auf eine im Frühjahr 2011 begonnene Welle von Protesten reagiert hat. Saids Folterung wurde der erste Fall, der vor ein bahrainisches Gericht kam.

Während eines Verhörs auf einem Polizeirevier in Rifaa zu ihrer Teilnahme an den pro-demokratischen Protesten wurde sie am 22. März 2011 mehrere Stunden lang brutal geschlagen, gefoltert und gedemütigt. Nach elf Stunden wurde sie freigelassen, nachdem man sie zur Unterzeichnung von Dokumenten gezwungen hatte, die sie nicht einmal lesen durfte.

Said konnte die fünf Polizisten identifizieren, die sie misshandelt hatten, und legte sofort Beschwerde beim Innenministerium ein. Dieses versprach, den Fall zu untersuchen. Da nichts geschah, klagte Said im Januar 2012 mithilfe der Media Legal Defence Initiative gegen die fünf Polizisten.

Im Monat darauf begann ein Prozess, in dem nur einer der fünf mutmaßlichen Täter beschuldigt war. Das Verfahren verlief schleppend, wurde immer wieder vertagt und wies viele Unregelmäßigkeiten auf. Im Oktober 2012 endete es mit einem Freispruch, der im Berufungsverfahren im Juni 2013 bestätigt wurde. Im Oktober 2014 wurden Said und ihr Anwalt selbst beim Staatsanwalt vorgeladen.

Als die Journalistin im November 2014 die Polizisten identifizieren sollte, die sie geschlagen und gefoltert hatten, erkannte sie nur eine der drei Personen, die zur Gegenüberstellung aufgeboten wurden. Seitdem wartet sie darauf, dass die Justiz ernsthaft gegen die fünf Polizisten ermittelt, anstatt es bei ein paar Verhören zu belassen.

Said ist entschlossen, ihre Arbeit als Journalistin und Aktivistin fortzusetzen. Mittlerweile macht sie vor allem die Verletzungen der Meinungs- und Pressefreiheit in Bahrain öffentlich und engagiert sich zur Verteidigung unabhängiger Medien. Reporter ohne Grenzen begleitet ihren Fall eng und hat immer wieder auf die mangelnde Unabhängigkeit hingewiesen, die die bahrainische Justiz dabei an den Tag legt.