#FreeThemAll: Martin Inoua | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Tschad 02.01.2020

#FreeThemAll: Martin Inoua

© picture alliance/robertharding

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die Behörden im Tschad dazu aufgefordert, den Journalisten Martin Inoua freizulassen. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Inoua seine dreijährige Haftstrafe unter widrigsten Umständen verbüßt: In einer improvisierten Zelle muss er auf dem Boden schlafen, für Toilettengänge muss er bezahlen.

Inoua befindet sich bereits seit August dieses Jahres in Haft. Ursprünglich war er wegen des Vorwurfs der „Verleumdung“ festgenommen worden. Hintergrund war seine Berichterstattung über einen Missbrauchsskandal, in dem die ehemalige Gesundheitsministerin des Landes, Toupta Boguena, verdächtigt wurde, ihre Nichte sexuell misshandelt zu haben. Arnaud Froger, Chef des Afrika-Büros von Reporter ohne Grenzen, kritisierte die Verurteilung des Journalisten schon damals scharf. Es sei kaum zu übersehen, dass es sich bei der Inhaftierung Inouas vor allem um „eine Vergeltungsmaßnahme gegen einen regierungskritischen Journalisten“ handele.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt der Tschad auf Platz 122 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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