Zum 3. Mai: 100 „Helden der Pressefreiheit“ | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
International Würdigung

Zum 3. Mai: 100 „Helden der Pressefreiheit“

Zwölf von 100 "Helden der Pressefreiheit" 2014

Sie decken Skandale auf, bringen Unrecht an die Öffentlichkeit und bieten den Mächtigen die Stirn. Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai würdigt Reporter ohne Grenzen 100 „Helden der Pressefreiheit“ - Medienvertreter und Online-Aktivisten wie den US-Enthüllungsreporter Glenn Greenwald oder Mazen Darwish aus Syrien.

„Diese Journalisten riskieren zum Teil ihr Leben, um Korruption anzuprangern oder kritische Medien zu betreiben“, sagt ROG-Vorstandssprecherin Astrid Frohloff in Berlin. „Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit wollen wir die Aufmerksamkeit auf diese Unerschrockenen lenken. Gerade in repressiven Staaten leisten sie einen unermesslichen Beitrag für die Entwicklung ihrer Gesellschaften.“

Reporter ohne Grenzen hofft dabei auch, dass die öffentliche Aufmerksamkeit die Ausgezeichneten vor weiteren Repressionen und vor Gewalt schützt. Die „Helden der Pressefreiheit“ stammen aus allen Regionen der Welt, etwa aus China,

Syrien, <link 320="" />Afghanistan oder <link 245="" />Italien. Unter ihnen auch der türkische Investigativ-Journalist <b>Ismail Saymaz</b>. Als Reporter für die türkische Zeitung <i>Radikal </i>schreibt Saymaz seit 2002 über heikle Themen wie Meinungsfreiheit und Menschenrechte in der <link 347="" />Türkei. Der 33-Jährige hat zudem Bücher publiziert, etwa über den türkischen Ergenekon-Geheimbund oder über die Infiltrierung von Polizei und Justiz durch die Gülen-Bewegung. Kritische Journalisten in der Türkei werden bedroht oder mit Gerichtsverfahren überzogen. Dutzende sitzen hinter Gittern. Wegen seiner Arbeit wurde auch Saymaz bis heute rund 20 Mal angeklagt, Todesdrohungen von ultrarechten Nationalisten gehören zu seinem Alltag. Auch <b>Sergei Leschtschenko</b> aus der <link 350="" />Ukraine zählt zu den „Helden der Pressefreiheit“. Als stellvertretender Chefredakteur der Internetzeitung <i>Ukrainskaja Prawda</i>, einer der wichtigsten Publikationen des Landes, war er den Mächtigen in der Ukraine jahrelang ein Dorn im Auge. Leschtschenko hat wiederholt über die Korruption der politischen und wirtschaftlichen Elite recherchiert und in detaillierten Berichten etwa die Ausgaben von Viktor Janukowitsch demonstrativ seinem Gehalt gegenübergestellt. Zusätzlich hat er die Einkommen von Spitzenpolitikern auf ihre Herkunft zurückverfolgt und auf diese Weise Seilschaften und Korruption bloßgelegt. Leschtschenko hat in den vergangenen Jahren die Pressefreiheitskampagne „Stop Censorship“ sowie die „Chesno“-Kampagne für mehr finanzielle Transparenz mitinitiiert. Sein Blog ist einer der meist gelesenen innerhalb der Ukraine. <b>Anabel Hernández</b>' Buch „Los señores del Narco“ eroberte 2010 die Bestsellerlisten in <link 639="" />Mexiko. Doch die Machthaber des Landes schreckte es auf. Denn die mexikanische Journalistin strafte in dem Text den offiziellen Drogenkrieg des Landes Lügen und deckte auf, wie Politiker, Militärs und Drogenkartelle zusammenarbeiten und gemeinsam verdienen. Schon zuvor hat Hernández über Korruption innerhalb der Regierung geschrieben. Seit vier Jahren steht sie unter Polizeischutz. Dennoch sind Unbekannte mehrfach in ihr Haus eingebrochen und haben ihre Familie mit Waffen bedroht. Einige ihrer Informanten wurden terrorisiert, hinter Gitter gebracht oder gezielt getötet.


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