Joachim Gauck | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit

Ein vielgestaltiger Kampf

Joachim Gauck

© AFP

Joachim Gauck

Grußwort des Bundespräsidenten zum 20-jährigen Bestehen der deutschen Sektion von Reporter ohne Grenzen

 

Danke!

Mit diesem Wort möchte ich meinen Glückwunsch zum Jubiläum beginnen, denn was Sie in den zwei Jahrzehnten seit Gründung der deutschen Sektion gewagt und erreicht haben, verdient größte Anerkennung.

Ihr Kampf um die Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit ist so vielgestaltig wie die Krisen, Konflikte und Kriege auf der Welt. Sie dokumentieren das Unrecht, das Journalisten, Blogger und Menschenrechtsaktivisten in so vielen Ländern erleben müssen. Und immer wieder gelingt es Ihnen, dieses Unrecht zu mildern. Dann ist der Stift tatsächlich mächtiger als das Schwert. Dann wird aus einem provokanten Plakat eine hilfreiche Öffentlichkeit. Wer in seiner Heimat wegen investigativer Recherche bedroht und verfolgt wird, kann bei den Reportern ohne Grenzen auf Unterstützung im Exil hoffen – nicht nur auf eine Zuflucht, sondern auf eine neue Arbeits- und Lebensperspektive. Inhaftierte Journalisten haben dank der Reporter ohne Grenzen eine Stimme, die unermüdlich – nicht selten jahrelang – ihre Freilassung fordert. Und jene, die auf der Suche nach Wahrheit ermordet wurden, bleiben unvergessen, weil Sie, meine Damen und Herren, ihr Andenken bewahren.

Sie geben den Opfern ein Gesicht und nennen die Täter beim Namen

Gern würde ich jetzt sagen, dass all dieses Engagement in zwanzig Jahren die internationale Lage grundsätzlich verbessern konnte. Wir wissen, die Realität ist leider eine andere. Gerade in diesen Tagen müssen wir es erleben – im Norden des Irak und im Osten der Ukraine, in rechtsfreien Favelas und in autoritären Überwachungsstaaten: Auch 2014 riskieren Menschen für das freie Wort ihr Leben, um die Welt wachzurütteln. Sie geben den Opfern ein Gesicht und nennen die Täter beim Namen. Sie erinnern uns daran, dass die Beendigung von Unrecht keine Frage des Schicksals oder glücklicher Fügungen ist, sondern in unserer gemeinsamen Verantwortung liegt.

Meinem großen Dank an alle Mitglieder, Freunde und Förderer der Reporter ohne Grenzen möchte ich deshalb eine große Bitte zur Seite stellen: Bleiben Sie auch künftig grenzenlos solidarisch. Setzen Sie Ihre wichtige und unverzichtbare Arbeit fort!

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