Auch in diesem Jahr ist Reporter ohne Grenzen Partner des Human Rights Film Festivals Berlin (HRFFB), das von Aktion gegen den Hunger veranstaltet wird. Vom 10. bis 18. April präsentiert das Festival dutzende Filme in vier Berliner Kinos. Vom Krieg in der Ukraine und Gaza bis hin zum Widerstand von Frauen unter der Taliban oder der Klimakrise in Bangladesch - die Themen sind vielfältig, genauso wie ihre Protagonist*innen. Bei drei Filmaufführungen ist Reporter ohne Grenzen vor Ort und organisiert Diskussionsrunden mit Filmemacher*innen und Journalist*innen. Alle Infos zu den drei RSF-Veranstaltungen:
„Put Your Soul on Your Hand and Walk“
Über brüchige Videoanrufe teilt die palästinensische Fotojournalistin Fatima Hassouna ihr Leben in Gaza mit der iranischen Regisseurin Sepideh Farsi. Sie sprechen über Religion, Politik und das Überleben unter der andauernden Gewalt israelischer Bombardierung. Es entsteht ein freundschaftliches Miteinander zwischen den Frauen, jeder Anruf ein wertvolles Lebenszeichen. Seit dem 7. Oktober 2023 sind in Gaza mindestens 211 Medienschaffende getötet worden. Kurz vor der Premiere dieses Films werden auch Fatma Hassona und ihre Familie durch einen israelischen Luftangriff umgebracht. Was bleibt ist ein Testament ihrer Resilienz, ihrer Ausstrahlung und ihrer unverzichtbaren Arbeit, die Realität in Gaza sichtbar zu machen.
Am 16. April wird der Film um 17:15 Uhr im Kino der Kulturbrauerei gezeigt. Im Anschluss spricht die Regisseurin Sapideh Farsi mit RSF-Geschäftsführer Christan Mihr über den Film, seine Wirkung und die aktuelle Situation von Journalist*innen in Gaza. Mit dabei ist auch der palästinensische Fotojournalist Mohammed Abed.
Außerdem wird der Film am 12. April um 19:45 Uhr und am 18. April um 14:30 Uhr in der Kulturbrauerei gezeigt.
Seit dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan im Jahr 2021 haben die Taliban ein Schreckensregime errichtet, das insbesondere Frauen aus dem öffentlichen Leben drängt und systematisch entrechtet. Die Filmemacherin Zainab Entezar begleitete über mehrere Monate Frauen im Untergrund, die sich organisieren, vernetzen und gemeinsam Proteste vorbereiten. In Wohnzimmern werden Flugblätter entworfen, über Telefonketten Demonstrationen koordiniert und Strategien für Schutz und Solidarität entwickelt. Auf der Straße trifft ihr Mut auf brutale Gewalt – doch ihr Widerstand bricht nicht. Stimmen, die systematisch zum Schweigen gebracht werden sollen, sind in diesem Film unüberhörbar. Der Film zeigt eindringlich die Resilienz jener Frauen, die ihr Leben riskieren, um für Bildung, Selbstbestimmung und grundlegende Freiheiten zu kämpfen.
Am 11. April wird der Film um 19:45 Uhr im Kino der Kulturbrauerei gezeigt. Im Anschluss findet ein Filmgespräch mit RSF-Asienreferent Sören Kittel statt. Die Regisseurin Zainab Entezar und Zainab Farahmand, eine afghanische Journalistin im deutschen Exil, sprechen über den Film und die Situation von Frauen in Afghanistan.
Der Film wird auch am 12. April um 17:00 Uhr und am 18. April um 19:30 Uhr in der Kulturbrauerei gezeigt.
2000 Meter Waldgebiet liegen zwischen den ukrainischen Soldaten und dem kleinen Dorf Andriivka, das von der russischen Armee besetzt ist. Den verbitterten Kampf um jeden Zentimeter ihres Landes begleiten Mstyslav Chernov und Alex Babenko aus nächster Nähe und kombiniert dabei Bodycam- und Drohnenaufnahmen des Kampfgeschehens mit stillen Momenten der Reflexion. Nach Chernovs Dokumentarfilm „20 Days in Mariupol“, der die Situation von Zivilist*innen während der Belagerung dokumentiert, richtet Chernov seinen Blick auf Soldaten an der Front, ihre Hintergründe, Ängste und Sehnsüchte. Schonungslos legt er die Realität des Krieges offen und macht das Frontgeschehen in seiner physischen und emotionalen Wucht erfahrbar.
Der Film wird am 18. April um 14:45 Uhr im Kino der Kulturbrauerei mit anschließendem Filmgespräch gezeigt. Der ukrainische Filmemacher und AP-Fotograf Alex Babenko, der Journalist Vassili Golod (ARD-Studio Kyjiw) und die Journalistin Alexandra von Nahmen (Leiterin der Deutsche Welle-Redaktion für Russland, Ukraine und Osteuropa) diskutieren über aktuelle Herausforderungen der Berichterstattung im Ukraine-Krieg. RSF-Osteuropareferentin Alena Struzh moderiert das Gespräch.
Keine Zeit an dem Termin? Der Film wird auch am 16. April um 19:45 Uhr in der Kulturbrauerei gezeigt.
