Fotos für die Pressefreiheit 2018

Fotos für die Pressefreiheit 2018

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Die Türkei steht weiterhin im Mittelpunkt der Arbeit von Reporter ohne Grenzen, so dass unser Titelbild erneut auf die massive Bedrohung der Pressefreiheit im Land hinweist. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan scheint allgegenwärtig, wie auf diesem meterhohen Transparent, das in einer tristen Gegend von Istanbul die Bauhülle eines Hochhauses verschönern soll. Das Bild hat der türkische Fotograf Furkan Temir aufgenommen, er lebt in Istanbul. Viele seiner türkischen Kollegen nennen mittlerweile nicht mehr ihre Namen, flüchten sich in den Schutz der Anonymität, weil die Gefährdungen unberechenbar geworden sind. Mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten sitzen in türkischer Haft. Für ihre Freilassung setzen wir uns unermüdlich ein. Zahlreichen Kollegen haben wir geholfen, ihr Land zu verlassen und in Deutschland sicheren Unterschlupf zu finden. Wenigstens die Haftentlassungen der deutsch-türkischen Journalisten Mesale Tolu und Deniz Yücel bedeuteten in dieser düsteren Situation einen Lichtblick. Allerdings sind auch ihre Verfahren damit keineswegs beendet, sondern gehen vor türkischen Gerichten weiter. Obwohl rund 150 Medienhäuser seit dem gescheiterten Putsch 2016 geschlossen wurden, nehmen sich mutige Journalisten weiter die Freiheit, unabhängig über die Geschehnisse in ihrem Land zu berichten. Als Reporter ohne Grenzen stehen wir auch zahlreichen Kollegen bei, die sich in ihrer Heimat weiter mit großem Engagement ihrem Beruf widmen und sich nicht einschüchtern lassen. Doch die Lage für Journalisten und Medien hat sich auch in vielen anderen Ländern dramatisch verschlechtert. In unserem Fotobuch greifen wir einige Länder heraus, die uns im Jahr 2017 besonders beschäftigt haben. Im Faktenteil geschieht das eher dokumentarisch, im Essayteil haben wir einige bekannte Fotografen gebeten, bildnerisch zu erzählen, wie die Zustände in der Türkei, in Venezuela oder in Georgien sind. Wir danken all den Fotografen dafür, dass sie uns ihre Aufnahmen kostenlos zur Verfügung stellen. Diese eindrucksvollen Bilderstrecken werden von Texten ergänzt, die aus der Ich-Perspektive von dieser fotografischen Arbeit erzählen. Großen Dank deshalb auch an die Autoren, die uns ehrenamtlich unterstützen, indem sie diese Texte beisteuern und mit allen Fotografen ausführlich gesprochen haben. Besonders bewegend ist das Interview mit Mohammed Badra, einem Fotografen aus Syrien, der zu den wenigen Kollegen gehört, die noch in dem Kriegsgebiet leben und arbeiten. Badra harrt in der seit Jahren umkämpften Region Ost- Ghouta bei Damaskus aus. Er wünscht sich schon lange, einmal aus einer anderen Situation heraus fotografieren zu können, an einem Ort, wo es keinen Krieg gibt, und andere Themen als das tägliche Leiden und Sterben. Sein Einsatz zeigt, dass es vor allem einheimische Kollegen sind, die für eine freie Berichterstattung die größten Risiken eingehen. Sie leben mitten in dem Krisengebiet, aus dem sie berichten und sind den Gefährdungen in ihrem Alltag rund um die Uhr ausgesetzt. Ihnen gilt unsere besondere Unterstützung als Reporter ohne Grenzen.