Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Montenegro
Europa - ZentralasienDie Verfassung und die Gesetze Montenegros garantieren die Rede- und Meinungsfreiheit. Die Pressefreiheit ist jedoch weiterhin durch politische Einmischung, straffrei bleibende Angriffe auf Medienschaffende und wirtschaftlichen Druck bedroht.
MEDIEN
Trotz seiner geringen Bevölkerung gibt es in Montenegro über 150 offizielle Medien, darunter drei Tageszeitungen, vier landesweit ausgestrahlte Fernsehsender – den öffentlich-rechtlichen RTCG inbegriffen – und eine Nachrichtenagentur. Drei dieser vier Fernsehsender befinden sich ganz oder teilweise in ausländischem Besitz, zumeist von Unternehmen aus dem benachbarten Serbien.
POLITIK
Im Zuge des EU-Beitrittsprozesses hat die Regierungskoalition, die 2023 an die Macht kam, Gesetze an europäische Standards angepasst. Doch Sorgen um mögliche politische Einflussnahme auf den öffentlich-rechtlichen Sender RTCG bestehen fort. So verabschiedete die Parlamentsmehrheit ein Gesetz, das es dem Generaldirektor erlaubt, trotz mehrfacher Gerichtsurteile im Amt zu bleiben. Zudem wird befürchtet, dass ausländische Eigentümer, insbesondere aus Serbien, redaktionelle Entscheidungen im Sinne ihrer politischen Interessen beeinflussen könnten.
GESETZE
Die Meinungsfreiheit ist verfassungsrechtlich garantiert, Verleumdung ist entkriminalisiert. Trotz mehrfacher Gesetzesänderungen bestehen weiterhin Lücken beim Zugang zu öffentlichen Informationen und beim Quellenschutz. Das beeinträchtigt die Unabhängigkeit der Medien gegenüber politischem und wirtschaftlichem Druck.
WIRTSCHAFT
Der Staat ist der wichtigste Werbekunde und hat in den vergangenen Jahrzehnten vor allem regierungsnahen Medien finanzielle Mittel zukommen lassen. Während der öffentlich-rechtliche RTCG und lokale Sender staatlich unterstützt werden, sind private Medien in hohem Maße auf Werbung und ein volatiles Marktumfeld angewiesen. Um den Folgen der Pandemie und des kleinen Marktes zu begegnen, wurden 2024 neue gesetzliche Regelungen zur Förderung gemeinwohlorientierter Berichterstattung eingeführt.
GESELLSCHAFT
Die Gesellschaft Montenegros ist aus ethnischen, religiösen und politischen Gründen tief gespalten; hinzu kommt eine autoritäre politische Kultur. In einem solchen Umfeld werden die Medien oft beschuldigt, für ausländische Interessen zu arbeiten und die Nation oder die Kirche zu verraten. Kampagnen gegen Medienschaffende werden häufig von Politiker*innen der Regierungs- oder auch der Oppositionsparteien angeführt.
SICHERHEIT
Zwar wurden fast alle in jüngerer Vergangenheit verübten Straftaten gegen Journalist*innen aufgeklärt, doch ältere Fälle bleiben ungelöst – darunter der Mord am Chefredakteur Duško Jovanović im Jahr 2004 und der Anschlagsversuch auf die Investigativjournalistin Olivera Lakić im Jahr 2018. Journalist*innen sind weiterhin regelmäßig Ziel von Diffamierungskampagnen durch Politiker*innen aus Regierung und Opposition.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Rangliste der Pressefreiheit 2025
Wirtschaftlicher Druck schwächt Pressefreiheit
Die Pressefreiheit ist weltweit auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (RSF) am 2. Mai 2025 veröffentlicht hat. In 90 von 180...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2024
Weltweit 54 Journalisten getötet und 550 in Haft
Sie berichten über Kriege, organisierte Kriminalität und Proteste und bezahlen mit ihrem Leben: In diesem Jahr sind 54 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Besonders...

- Journalismus in Zeiten von #MeToo
Trotz Gewalt mehr Berichte zu Frauenrechten
Seit Beginn der #MeToo-Bewegung vor sieben Jahren, im Oktober 2017, hat die Berichterstattung zu Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt deutlich zugenommen. Das ist ein Ergebnis des neuen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2024
Gewalt bedroht Berichterstattung über Wahlen
Mehr Übergriffe im Umfeld von Wahlen und eine Rekordzahl von Ländern mit katastrophalen Bedingungen für Medienschaffende: Die Lage der Pressefreiheit hat sich im weltweiten Vergleich weiter deutlich...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Internationaler Frauentag
Immer längere Haftstrafen für Journalistinnen
Das Schicksal von Maryna Zolatava steht beispielhaft für viele Frauen, die für ihren Mut einen hohen Preis bezahlen: Die belarussische Journalistin wurde zu zwölf Jahren Straflager verurteilt. Das...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023
Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem...

- Rangliste der Pressefreiheit 2023
Unterdrückung von Berichterstattung nimmt zu
Krisen, Kriege und die anhaltende Ausbreitung des Autoritarismus haben dazu geführt, dass die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so instabil war wie seit langem nicht. Dies lässt sich aus der...

- Weltweit
1.657 Medienschaffende seit 2003 getötet
Am heutigen Freitag (07. April) vor genau 20 Jahren wurde der deutsche Journalist Christian Liebig im Irak getötet. Aus diesem Anlass blickt Reporter ohne Grenzen (RSF) auf zwei besonders tödliche...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022
So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 533 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit im...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...

- Rangliste der Pressefreiheit 2022
Krisen, Kriege und Gewalt bedrohen Pressefreiheit
Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit und brachten Journalistinnen und Journalisten seit Anfang 2021 in vielen Ländern der Welt in Gefahr....
