Algerien 30.10.2019

#FreeThemAll: Said Boudour

Oran, Algerien

„Diffamierung“, „Verbreitung von Falschnachrichten“ und „Verunglimpfung des Staates“: So lauten die Vorwürfe, wegen denen sich Said Boudour seit dem 15. Oktober dieses Jahres in Algerien in Untersuchungshaft befindet. Obwohl es noch keine offizielle Anklageschrift gibt, vermuten algerische Menschenrechtsorganisationen, dass der Blogger wegen seiner journalistischen Arbeit festgenommen wurde.

Im vergangenen Jahr hatte Boudour für das Nachrichtenportal Algérie-Direct über den Kokainschmuggel in Algerien berichtet, an dem nach seinen Recherchen auch Staatsbeamte beteiligt sein sollen. Kurz vor seiner Verhaftung hatte er außerdem mehrere Artikel über regierungskritische Proteste in der Stadt Oran geschrieben.

Seit dem Rücktritt des langjährigen algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika im April dieses Jahres ist die politische Zukunft des Landes unklar. In den vergangenen Wochen wurden im Zuge von Protestaktionen in Algier und anderen algerischen Städten mehrere Demonstranten und Medienschaffende festgenommen.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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