Indien 28.10.2002

Indischer Fernsehjournalist erschossen

Reporter ohne Grenzen fordert in einem Brief an den Regierungschef der nordöstlichen Provinz Manipur (Indien), Shir Okram Ibodi Singh, die Aufklärung des Mordes an dem Fernsehjounalisten Yambem Meghajit Singh und die Bestrafung der Täter.

Der Fernsehjournalist wurde am 13. Oktober in Imphal von bewaffneten Männern erschossen, nachdem er zuvor gefoltert worden war. Seine Hände waren hinter dem Rücken zusammengebunden und sein Körper wies zahlreiche blaue Flecken auf. über die Motive der Tat liegen keine Erkenntnisse vor. Kollegen von Singh mutmaßen jedoch, dass regionale Separatistengruppen für den Mord verantwortlich sind.

Singh arbeitete für die Produktionsfirma North East Vision´s. Nach Angaben des Präsidenten der Journalistengewerkschaft Manipur Electronic Media Journalists Union hatte er sowohl seperatistische Gruppen als auch lokale Politiker in seinen Beiträgen kritisiert und angekündigt, Korruption in der Provinz Manipur zu untersuchen.

"Wir erwarten von den zuständigen Behörden, dass sie schärfer gegen die Welle von Gewalt an Journalisten vorgehen. In den letzten vier Jahren wurden im Nordosten Indiens mindestens vier Journa-listen getötet," erklärt Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, in Paris.

Der Mord an Singh ereignete sich fünf Tage nachdem zwei Zeitungsreporter von der Separatistenbewegung United Kuki Liberation Front entführt worden waren. Iboyama Laithangbam, Korrespondent der Tageszeitung The Hindu und Ymnam Arun, Korrespondent des Monatsmagazins Eastern Panorama wurde zu Verstehen gegeben, dass die Bewegung mit ihrer Medienpräsenz nicht zufrieden sei. Die beiden Journalisten wurden jedoch nach drei Tagen wieder freigelassen.

Reporter ohne Grenzen ist eine internationale Menschenrechtsorganisation zur Verteidigung der Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen hilft bedrohten Journalisten und unterstüzt verfolgte Medien.

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