Pakistan 05.12.2006

Pakistanische Regierung blockiert Untersuchung im Mordfall Hayatullah Khan

Der Journalist war am 5.12.2005 entführt worden, nachdem er über die Todesursache eines führenden Al-Quaida-Mitgliedes recherchiert hatte Reporter ohne Grenzen fordert anlässlich des ersten Jahrestages der Entführung des pakistanischen Journalisten Hayatullah Khan gemeinsam mit den Journalistenorganisationen PFU, KUJ und TUJ sowie Khans Familie die Aufklärung des Entführungs- und Mordfalles.

Die Organisationen rufen die pakistanische Regierung dazu auf, die Untersuchungsergebnisse des Falles offen zu legen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Hayatullah Khan war am 5. Dezember 2005 in Mir Ali/Pakistan entführt worden, nachdem er wenige Tage zuvor brisantes Beweismaterial zum Vorschein gebracht hatte. Khans Beweise widerlegten die Behauptung der pakistanischen Armee, dass der Tod des führenden Al-Quaida-Mitgliedes Hamza Rabia auf eine unabsichtliche Sprengstoffexplosion zurückzuführen gewesen sei.

Fotos, die Khan vor Ort aufgenommen hatte, weisen darauf hin, dass Rabia vielmehr durch eine Bombe der US-Armee getötet wurde, die von einem Flugzeug oder einer Drohne der US-Armee abgeworfen worden war.

Khans Leichnam wurde am 16. Juni 2006 in Nord-Wasiristan gefunden. Der Journalist war vor seinem Tod in Handschellen gelegt und mehrmals in den Kopf geschossen worden. Der Leichnam befand sich in einem so abgemagerten Zustand, der nahelegt, dass Khan in den Monaten seiner Gefangenschaft unter sehr schlechten Bedingungen festgehalten worden war.

„Die höchsten Vertreter Pakistans, darunter auch Informationsminister Mohammad Ali Durrani, tun in diesem Fall alles, um zu verhindern, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt“, so Reporter ohne Grenzen. „Nachdem zuerst eine Untersuchungskommission einberufen wurde, um die Journalistinnen und Journalisten zu beruhigen, lügt die Regierung nun und versucht, die Ergebnisse der Untersuchung zu unterdrücken. Das ist absolut inakzeptabel. Es ist unabdingbar, dass endlich die ganze Wahrheit ans Licht kommt und auch die Auftraggeber des Mordes bekannt werden“, fordert die internationale Organisation für Pressefreiheit.

Die Journalistenorganisationen PFUJ und KUJ veröffentlichen heute einen gemeinsamen Bericht, der überzeugende Beweise dafür enthält, dass pakistanische Behörden, allen voran die Militärgeheimdienste, in Kahns Tod verwickelt waren.

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Elke Schäfter
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