Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Thailand
Asien - PazifikDer Wahlkampf vor den Parlamentswahlen 2023 in Thailand, die die Rückkehr zu einer zivil geführten Regierung bestätigten, war geprägt von intensiven Debatten über die Pressefreiheit, insbesondere im Zusammenhang mit Artikel 112 des Strafgesetzbuches, einem Majestätsbeleidigungsgesetz, nach dem jede Kritik an der thailändischen Monarchie mit langen Haftstrafen geahndet werden kann.
MEDIEN
Die thailändische Medienlandschaft hat sich nach den Wahlen 2023 deutlich verändert. Zwar unterliegen die Medien nicht mehr dem gleichen Maß an Zensur wie unter der Militärregierung, doch öffentlich-rechtliche und halböffentliche Mediengruppen wie die Mass Communication Organization of Thailand (MCOT) stehen in der Kritik, Regierungskritik zu vermeiden. Dennoch sieht sich die Regierung, die häufige Führungswechsel erlebt hat, weiterhin einer intensiven Kontrolle und breiten Kritik durch etablierte Medien wie Matichon und The Standard sowie durch ein zunehmend einflussreiches Online-Netzwerk von Journalist*innen und Kommentator*innen ausgesetzt.
POLITIK
Die politische Lage in Thailand spiegelt die fragile Demokratie des Landes und den wachsenden Druck auf die Pressefreiheit wider. Der fehlende politische Wille zur Reform der Gesetze zur Majestätsbeleidigung hat öffentliche Debatten zusätzlich eingeschränkt. Zudem behandeln Behörden Journalist*innen, die über Proteste berichten, häufig eher als Aktivist*innen denn als Medienschaffende, was ihre Arbeit zu sensiblen politischen Themen erschwert. Die derzeitige Regierung hat jedoch – anders als das Militärregime – bislang nicht direkt mit dem Entzug von Sendelizenzen gedroht.
GESETZE
Der Vorwurf der Majestätsbeleidigung, der in Artikel 112 des thailändischen Strafgesetzbuches sehr weit gefasst ist und mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden kann, stellt eine permanente Bedrohung für alle Medien dar. Dieses restriktive Klima wurde durch die jüngste Festnahme zweier Journalist*innen unterstrichen, denen nach Berichten über antimonarchistische Graffiti eine Beteiligung an Sachbeschädigung vorgeworfen wurde. Auch Verleumdungs- und Cybercrime-Gesetze werden genutzt, um Journalist*innen zu schikanieren, die im Falle einer Anklage mit hohen Prozesskosten konfrontiert sind.
WIRTSCHAFT
Öffentliche und halböffentliche Medien stehen direkt im Besitz oder unter Kontrolle von Regierung und Militär. Gleichzeitig gehören einige private Medien mächtigen Konzernen und werden häufig von wirtschaftlichen Interessen oder Geschäftspartnern beeinflusst, die Inhalte in ihrem Sinne steuern. Der zunehmende Anteil von gesponserten Inhalten – finanziert von großen Unternehmen und politischen Parteien – erschwert es dem Publikum, zwischen unabhängiger Berichterstattung und bezahlter Werbung zu unterscheiden, und stellt die Integrität des Informationsraums infrage.
GESELLSCHAFT
Auch wenn Journalist*innen unter der Regierung Shinawatra seltener wegen „nationaler Sicherheit“ oder „öffentlicher Ordnung“ angeklagt werden als unter dem früheren Militärregime, bleibt die Pressefreiheit fragil. Die anhaltende Gefahr von Anklagen wegen Majestätsbeleidigung überschattet die Arbeit von Medienschaffenden. Verfahren gegen Journalist*innen zeigen, dass das Umfeld für wirklich unabhängigen Journalismus weiterhin ungünstig ist.
SICHERHEIT
Seit dem Putsch 2014 wurden Dutzende Journalist*innen und Blogger*innen gezwungen, zwischen Haft und selbstgewähltem Exil zu wählen. Verurteilte wegen Majestätsbeleidigung werden im Gefängnis systematisch schlecht behandelt. Gleichzeitig setzt die Polizei bei Protesten schnell Schlagstöcke gegen berichtende Journalist*innen ein. Die anhaltende Feindseligkeit gegenüber der Presse kann in körperliche Angriffe münden. Selbst in aufsehenerregenden Fällen bleiben Täter oft ohne ernsthafte Ermittlungen oder Strafen, was eine Kultur der Straflosigkeit –insbesondere für politische Akteur*innen – verstärkt.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...

Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Thailand
Einschränkung der Informationsfreiheit
Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt einen in der vergangenen Woche in Thailand verabschiedeten Erlass. Dieser erlaubt es, jede Verbreitung einer Information über das Corona-Virus, die die Regierung...

#FreeThemAll: Suchanee Cloitre
In Thailand ist die Journalistin Suchanee Cloitre wegen der vermeintlichen Diffamierung eines Agrarkonzerns zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Das Verfahren gegen Cloitre war wegen...

Kaum Pressefreiheit - auch vor der Wahl
Vor der Parlamentswahl am Sonntag (24.03.) in Thailand ruft Reporter ohne Grenzen (ROG) die regierende Militärjunta dazu auf, Medien frei von Zensur arbeiten zu lassen und kritische Journalistinnen...

- Thailand
Verschärfte Zensur nach Tod des Königs
Reporter ohne Grenzen ist besorgt über die verschärfte Zensur der Medien in Thailand nach dem Tod von König Bhumibol Adulyadej. Seit dem Tod des Monarchen in der vergangenen Woche greift die...

- Thailand
Militär muss kritische Berichte zulassen
Reporter ohne Grenzen ruft die Militärregierung in Thailand auf, nach den Anschlägen vor wenigen Tagen Journalisten nicht bei ihrer Arbeit zu behindern und Berichte über die Konflikte im Land...

- International
Rangliste der Pressefreiheit 2015 veröffentlicht
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die Rangliste der Pressefreiheit 2015. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder ist die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr...

- International
Jahresbilanz 2014: Deutlich mehr Entführungen
Journalisten müssen immer öfter damit rechnen, bei ihrer Arbeit entführt zu werden: Im zu Ende gehenden Jahr hat Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 119 Entführungen von Journalisten gezählt – 37...

- International
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern...

- International
ROG-Jahresbilanz: Doppelt so viele Journalisten entführt wie 2012
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mehr als doppelt so viele Journalisten entführt worden wie 2012. Ihre Zahl stieg auf 87 im Vergleich zu 38 im Vorjahr. Das geht aus der heute veröffentlichten...
