Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Seit dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 befindet sich das Land in einer schweren Krise. Medien und Journalist*innen sehen sich häufig gezwungen, sich auf Kosten ihrer Unabhängigkeit einer der Konfliktparteien anzudienen.
MEDIEN
Libyen ist ein mediales schwarzes Loch. Die meisten Medien und Reporter*innen haben das Land verlassen. Wer geblieben ist, versucht, unter dem Schutz einer der Kriegsparteien zu arbeiten, um so für seine Sicherheit zu sorgen. Ausländische Journalist*innen haben keine Möglichkeit der Berichterstattung mehr. Die klassischen Medien sind Teil des Problems: Sie erfüllen nicht mehr ihre Aufgabe, freie, unabhängige und ausgewogene Informationen zu liefern, und spiegeln damit auch nicht mehr die tatsächlichen Herausforderungen der libyschen Gesellschaft wider. Die junge Bevölkerung findet in den sozialen Medien einen Raum für offenen Dialog, der jedoch für Radikalisierung und die Verbreitung von Hassrede anfällig ist. Es gibt mehrere Initiativen, die den Journalismus modernisieren und unabhängiger machen wollen.
POLITIK
Nach einem Jahrzehnt bewaffneter Konflikte und einem schwelenden Bürgerkrieg kam es 2021 unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen zu einem Waffenstillstand zwischen den Anhängern der ehemaligen Regierung der nationalen Einheit in Tripolis und den Truppen von General Chalifa Haftar. Journalist*innen sind oft gezwungen, sich an die vorgefassten Meinungen der Medien, für die sie arbeiten, anzupassen, was allgegenwärtiger Desinformation Vorschub leistet. Auch Korruption ist weit verbreitet. Im Osten stehen Reporter*innen unter dem Einfluss von General Haftar; es ist ihnen untersagt, das Militär zu kritisieren.
GESETZE
Weder eine Regulierungsbehörde noch ein Rahmengesetz garantieren das Recht auf Zugang zu Informationen oder die Einhaltung von Pluralismus und Transparenz. Ebenso wenig garantiert werden Meinungsäußerungsfreiheit, die Sicherheit von Medienschaffenden und das Recht auf zuverlässige Informationen. Einige der geltenden Gesetze zum Recht auf freie Meinungsäußerung sind über 50 Jahre alt. Pressedelikte werden nach wie vor mit Freiheitsstrafen geahndet. Mit dem Gesetz Nr. 5-2022 zur Bekämpfung der Cyberkriminalität haben die Behörden die Einschränkungen auf den digitalen Bereich ausgeweitet: Weil ihnen sonst Strafverfolgung oder Festnahme drohen würden, üben viele Journalist*innen Selbstzensur.
WIRTSCHAFT
Die Finanzierung privater Medien hängt stark von Werbeeinnahmen ab. Diese Einnahmen stammen von Konzernen, deren Leiter*innen beste Verbindungen zu politisch Verantwortlichen haben. Absprachen zwischen Politik und Medien sowie intransparente Werbeverträge gefährden die Unabhängigkeit von Medien und Journalist*innen. Letztere arbeiten unter unsicheren Bedingungen und können je nach Interessen ihrer Arbeitgebenden willkürlich entlassen werden.
SICHERHEIT
Seit Jahren sind Medienschaffende immer wieder Ziel von Einschüchterungsversuchen, körperlicher Gewalt und Mobbing; auch wenn sich die Situation seit 2021 ein wenig gebessert hat. Für Übergriffe gegen Reporter*innen wird in den seltensten Fällen jemand belangt. Journalist*innen werden regelmäßig von Milizen bedroht oder sogar angegriffen und inhaftiert. Sowohl im Osten als auch im Westen des Landes haben es die Machthaber geschafft, über ihre bewaffneten Gruppierungen Angst unter Medienschaffenden zu verbreiten – unabhängige Medien gibt es quasi nicht mehr.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Rangliste der Pressefreiheit 2025
Wirtschaftlicher Druck schwächt Pressefreiheit
Die Pressefreiheit ist weltweit auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (RSF) am 2. Mai 2025 veröffentlicht hat. In 90 von 180...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...

Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

#FreeThemAll: Ismail Abuzreiba al-Zway
Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat die Befehlshaber der Lybisch-Nationalen Armee dazu aufgefordert, den Fotojournalisten Ismail Abuzreiba al-Zway freizulassen und die politische...

- Rangliste der Pressefreiheit 2020
Journalisten unter Druck von vielen Seiten
Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die...

#FreeThemAll: Reda Elhadi Fheil al-Boum
Am Abend des 15. Dezember dieses Jahres ist der Journalist und Menschenrechtler Reda Elhadi Fheil al-Boum in Libyen festgenommen worden. Al-Boum war – so belegen es Aufzeichnungen von mehreren...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019
Weltweit 389 Medienschaffende im Gefängnis
Zum Jahresende 2019 sitzen weltweit 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018
Weltweit 80 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr....

- Rangliste der Pressefreiheit 2018
Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa
In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017
Weltweit 65 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast die Hälfte von ihnen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2017
Medienfreiheit in Demokratien bedroht
Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit...
