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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Mauretanien
Zentral- und südliches AfrikaSeit der Entkriminalisierung von Pressedelikten im Jahr 2011 bewegen sich Journalist*innen in einem weniger repressiven Umfeld. Ihre finanzielle Situation bleibt jedoch prekär.
MEDIEN
Das Radio, vor allem der staatliche Sender Radio Mauritanie, ist das am meisten genutzte Medium. Auch der Fernsehsender TVM und die landesweite Nachrichtenagentur Agence Mauritanienne d’information werden vom Staat kontrolliert. Die überwiegend im Privatbesitz befindlichen und französischsprachigen Printmedien verschwinden aus Ressourcenmangel nach und nach, gleichzeitig konnten einige private Medien ihre Position in den vergangenen 15 Jahren festigen: das Investigativmedium Alakhbar.info, Cridem.org, Saharamedias.net, Essiraj Journal und El Mourabiton TV, ein Fernsehsender, der in fünf Sprachen sendet. Mehrere neu gegründete Nachrichtenplattformen haben eine starke Präsenz in den sozialen Netzwerken, darunter Tawatur.net, Bellewarmedia oder La Vision.
POLITIK
Angesichts ihrer prekären finanziellen Lage sind Journalist*innen besonders anfällig für politischen Druck. Einigen Redaktionen wie der von Al Akhbar gelingt es noch, eine gewisse Unabhängigkeit zu wahren. Die Hohe Behörde für Presse und Rundfunk, deren Präsident per Präsidialdekret ernannt wird, wurde 2022 einer Reform unterzogen: Ihre Befugnisse wurden auf den digitalen Sektor ausgeweitet. Zudem müssen ihre Mitglieder nun einen Abschluss im Bereich Medien haben, auch die politische Opposition muss vertreten sein.
GESETZE
Verstöße gegen das Pressegesetz wurden 2011 entkriminalisiert. Ein 2006 verabschiedetes und 2011 geändertes Gesetz stärkt die Pressefreiheit und enthält allgemeine Grundsätze über das Recht auf Information und den Schutz von Quellen. Als Mohamed Ould Ghazouani 2019 das Amt des Präsidenten übernahm, versprach er, die Medien zu reformieren und zu professionalisieren. Im Jahr 2020 wurde eine Kommission ernannt, die einen Vorschlag für eine Medienreform ausarbeiten und ein Gesetz über den Status von Journalist*innen und die Anforderungen für den Erhalt eines Presseausweises entwerfen sollte. Ende 2025 wurde dazu ein Sonderausschuss eingerichtet, doch komplexe Verwaltungsabläufe behindern dessen Arbeit. Einige Artikel des Gesetzes über den Schutz nationaler Symbole von 2021 könnten dazu genutzt werden, Berichterstattung über bestimmte Themen oder prominente Persönlichkeiten zu kriminalisieren.
WIRTSCHAFT
Trotz des Versprechens der Regierung, die Arbeitsbedingungen von Journalist*innen zu verbessern, bleibt deren Lage prekär. Obwohl die mauretanische Regierung nach jahrzehntelangem Warten die Stellung freiberuflicher Medienschaffender verbessert hat, beklagen sich viele von ihnen über niedrige Löhne. Unabhängige Medienunternehmen fordern, dass die Vergabe öffentlicher Werbeaufträge transparent und gerecht erfolgt. Der Fonds zur Förderung der Presse ist trotz verdoppeltem Jahresbudget nicht in der Lage, die Existenz von Medienunternehmen langfristig zu sichern.
GESELLSCHAFT
Obwohl Mauretanien eine multikulturelle und multiethnische Gesellschaft hat, werden die meisten Medien von Angehörigen der maurischen Volksgruppe kontrolliert, was sich auf die Inhalte auswirkt. Themen wie Vergewaltigung in der Ehe, Sexualität und Sklaverei sowie Korruption, das Militär, der Islam und Ungleichheit werden nur selten angesprochen.
SICHERHEIT
Medienschaffende werden selten körperlich angegriffen, können aber verbalen Angriffen oder Belästigungskampagnen in den sozialen Netzwerken ausgesetzt sein. Reporter*innen können sich zwar frei im Land bewegen, doch sind einige Militärgebiete in der Nähe der Ost- und Nordgrenze ohne Genehmigung nur schwer zugänglich.
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