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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Sierra Leone
Zentral- und südliches AfrikaDie Pressefreiheit ist in Sierra Leone gesetzlich garantiert. Während der ersten Amtszeit von Präsident Julius Maada Bio wurden Pressedelikte entkriminalisiert. Seit seiner Wiederwahl im Jahr 2023 hat RSF mehrere Verstöße gegen die Pressefreiheit dokumentiert.
MEDIEN
Die Medienlandschaft ist pluralistisch und im Allgemeinen unabhängig. Sie umfasst mehr als 530 Medien, darunter fast 230 Radiosender, mehr als 240 Zeitungen, 24 Zeitschriften, 26 lokale Fernsehsender und elf digitale Satellitenfernsehsendern, von denen viele allerdings nur unregelmäßig arbeiten. Neben dem staatlichen Rundfunksender SLBC sind die wichtigsten privaten Medien der Fernsehsender AYV TV, der Radiosender Democracy, die Zeitungen Awoko und Standard Times Newspaper. Das Radio ist nach wie vor das beliebteste Medium, gefolgt vom Fernsehen. Community-Radios decken einen großen Teil des Landes ab und sind, im Gegensatz zu lokalen Fernsehsendern, für einen Großteil der Bevölkerung zugänglich.
POLITIK
Die meisten Medien entziehen sich der direkten Kontrolle von Politiker*innen, die laut Gesetz nur Zeitungen, nicht aber Radio- und Fernsehsender gründen dürfen. Dennoch stehen die Medien aufgrund fehlender finanzieller Mittel und unzulänglichem Management faktisch unter dem Einfluss der Politik. Medienschaffende können über alle Themen, auch über politisch heikle, frei recherchieren, haben aber oft Schwierigkeiten, Informationen über öffentliche Einrichtungen zu erhalten.
GESETZE
2020 wurde ein Gesetz von 1965 aufgehoben, das Verleumdung unter Strafe stellte. Für die Gründung und Regulierung der Medien ist die Unabhängige Medienkommission IMC zuständig, die frei von staatlicher und politischer Kontrolle ist. Gesetze und politische Maßnahmen, die sich auf die Medien auswirken, werden in Absprache mit den wichtigsten Akteuren des Mediensektors, einschließlich der IMC und der Sierra Leone Association of Journalists (SLAJ), ausgearbeitet.
WIRTSCHAFT
Die Medien konzentrieren sich auf die Hauptstadt Freetown. Die meisten Journalist*innen erhalten kein ausreichendes Gehalt und haben nicht die notwendige Ausrüstung, um angemessen arbeiten zu können. Politiker*innen nutzen diese Situation aus, um im Gegenzug für finanzielle, materielle oder logistische Unterstützung Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen. Medienunternehmen überleben in der Regel dank ihrer Werbeeinnahmen, obwohl der Markt sehr klein ist. Die Regierung stellt der Journalistengewerkschaft SLAJ vierteljährlich Haushaltsmittel zur Verfügung, subventioniert aber keine unabhängigen Medienunternehmen.
GESELLSCHAFT
Journalist*innen können über die allermeisten gesellschaftlichen Themen frei berichten, ohne Zensur oder Repressalien zu riskieren. Angriffe auf Medienschaffende aufgrund von Geschlecht, Status, ethnischer Zugehörigkeit oder religiöser Überzeugung sind sehr selten. Die Verbreitung von politischer Propaganda, Desinformation und Hassrede über Social Media nimmt jedoch zu.
SICHERHEIT
Im Umfeld von Wahlen kommt es immer wieder zu Gewalt gegen Journalist*innen, insbesondere durch politische Aktivisten. In der Vergangenheit gab es Schikanen und Verhaftungen durch die Polizei. Bei Recherchen zu sensiblen Themen sind Medienschaffende zudem Ziel von Drohungen, Online-Einschüchterungskampagnen und sogar Mordversuchen geworden.
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