Haus des Dokumentarfilms würdigt den politischen Dokumentarfilm

Roman Brodmann Preis und Kolloquium 2026
Zum fünften Mal verleiht das „Haus des Dokumentarfilms – Europäisches Medienforum Stuttgart e.V.“ (HDF) am 24. April 2026 in Berlin den Roman Brodmann Preis. Der mit 10.000 Euro ausgestattete Preis würdigt den politischen Dokumentarfilm mit besonderer Autorenhandschrift. Namensgeber ist der aus der Schweiz stammende Journalist und Filmemacher Roman Brodmann (1920-1990). Brodmann gilt als der heute bekannteste Vertreter der sogenannten Stuttgarter Schule.
Shortlist – Dezidierte Handschriften, hohe filmische Qualität
Von 130 Einsendungen nominierte eine Auswahlkommission zehn Finalisten. „Alle Filme auf der Shortlist zeichnen sich durch intensive Recherche, einen persönlich-empathischen Zugang sowie eine hohe filmische und journalistische Qualität aus“, so die Jury-Vorsitzende und Kuratorin des Preises Ulrike Becker (HDF). Die Entscheidung über den Gewinnerfilm verkündet die Jury am Abend der Preisverleihung.
Roman Brodmann Kolloquium – Autokratismus und Kulturkampf von rechts
Die Preiszeremonie ist eingebettet in das medienpolitische Roman Brodmann Kolloquium. Das Thema in diesem Jahr lautet: „Autokratismus, Kulturkampf, Desinformation! Stirbt die Demokratie?“ Als Keynote-Speaker wurde der Kultur- und Medienwissenschaftler Dr. Simon Strick (Autor von „Rechte Gefühle: Affekte und Strategien des digitalen Faschismus“) eingeladen. Im anschließenden Panel diskutieren über Trumpismus, Backlash und Rechtsruck in Europa u.a. Lars Hendrik Beger (Kulturjournalist, DLF), Ann-Katrin Müller (Politikjournalistin, DER SPIEGEL), Lorenz Blumenthaler (Pressesprecher Amadeu Antonio Stiftung) und Katharina Thoms (Journalistin, Hauptstadtkorrespondentin DLF). Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Journalismus, Medien sowie Kunst- und Kreativszene gegen staatliche Einschränkungen und Kulturkampf von rechts schützen können.
Medienfreiheit und geopolitische Konflikte
Im Panel „Produzieren und Berichten in Kriegs- und Krisenzonen“ sprechen die Filmschaffenden Mila Teshaieva (Regisseurin), Marcus Lenz (Produzent, Regisseur) und Yann Ollivier (Head of Documentary AFP DOCS & FACTSTORY) über ihre Erfahrungen in der Ukraine und in Nahost. Christian Mihr (Geschäftsführer Reporter ohne Grenzen) wird die zunehmenden Bedrohungen der Pressefreiheit weltweit, nicht nur Konfliktzonen und Diktaturen, sondern auch in westlichen Demokratien beleuchten. Denn unabhängiger Journalismus gerät nicht nur durch staatliche Einschränkungen unter Druck, sondern auch durch die Funktionslogiken großer Plattformen, die Desinformation und krude Propaganda häufig begünstigen und faktenbasierte Recherchen in den Hintergrund drängen. Das Panel moderiert Dr. Leonard Novy (Journalist).
Bekanntgabe des prämierten Dokumentarfilms
Die Roman-Brodmann-Rede zur Preisverleihung hält in diesem Jahr der Journalist und Filmemacher Gero von Boehm. Im Anschluss verkündet die Jury ihr Votum und dessen Begründung. Für die Auswahl des Preisträgerfilms sind 2026 Steffi Niederzoll (Drehbuchautorin und Regisseurin), Monika Preischl (Archive Producerin GRAP e.V.) und Chiara Sambuchi (Autorin und Regisseurin) verantwortlich. Den Vorsitz von Jury und Auswahlkommission hatte für das Haus des Dokumentarfilms Ulrike Becker. Übergeben wird der Preis durch die Tochter des Namensgebers, Sibylle Hanau-Brodmann. Der prämierte Film wird anschließend in voller Länge vorgeführt. Der oder die ausgezeichnete Filmschaffende steht im Anschluss für ein Publikumsgespräch zur Verfügung.
Kooperationspartner des Hauses des Dokumentarfilms sin die gastgebende Landesvertretung von Rheinland-Pfalz beim Bund, der Sender ARTE, Reporter ohne Grenzen (RSF) und der DJV Berlin – JVBB.
Der Eintritt zu Kolloquium und Preisverleihung ist frei. Eine Anmeldung per E-Mail ist erforderlich: [email protected]
Wann: Freitag, 24. April 2026, Beginn: 16:00 Uhr
Wo: Landesvertretung von Rheinland-Pfalz beim Bund, In den Ministergärten 6, Berlin
Weitere Infos: www.dokumentarfilm.info.de