Podiumsdiskussion

Die letzten Freiräume: Journalist*innen aus Georgien, Syrien und Libanon über Repression, Konflikt und die Kraft lokaler Berichterstattung

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Die letzten Freiräume: Journalist*innen aus Georgien, Syrien und Libanon über Repression, Konflikt und die Kraft lokaler Berichterstattung
© Maren Pfalzgraf / RSF
Die drei aktuellen RSF-Fellows Vladimer Chkhitunidze, Cendrella Azar und Mahmoud Al Ashek (von links) verbindet ein hyperlokaler Journalismus, der nah an den Menschen ist.

Wie kann Journalismus die Stimmen von Menschen hörbar machen, die in öffentlichen Debatten oft übersehen werden? Welche Rolle spielen lokale Reporter*innen in Regionen, die von Konflikten, gesellschaftlicher Spaltung und zunehmender Repression geprägt sind? Und: Welche Strategien entwickeln sie, um in diesen restriktiven Verhältnissen weiter publizieren zu können?

Reporter ohne Grenzen (RSF) lädt für den 31. August 2026 zu einem Podiumsgespräch mit drei Journalist*innen des Berliner RSF-Stipendienprogramms ein: Die Arbeit von Vladimer Chkhitunidze aus Georgien, Cendrella Azar aus dem Libanon und Mahmoud Al Ashek aus Syrien verbindet ein hyperlokaler Journalismus, der nah an den Menschen ist und sich mit marginalisierten Gemeinschaften, ethnischer Vielfalt und Konflikten in multiethnischen Kontexten auseinandersetzt.   

Im Gespräch geht es um die Frage, wie Journalismus komplexe Gesellschaften verständlich machen, Beteiligung fördern und identitätsstiftend für Communities wirken kann. Zugleich berichten die Stipendiat*innen von den zunehmend schwierigen Bedingungen für unabhängige Medien, von Repressionen und schrumpfenden Handlungsspielräumen. 

Was brauchen Journalist*innen, um trotz dieser wachsenden Risiken weiterarbeiten zu können? Welche Schutz- und Präventionsmaßnahmen sind für lokale Reporter*innen besonders wichtig? Und was kann das RSF-Stipendienprogramm in diesem Zusammenhang leisten?

Wann: Montag, 31. August 2026, 17 Uhr
Wo: Publix, Hermannstraße 90, 12051 Berlin

Die Veranstaltung dauert etwa 60 Minuten und findet in englischer Sprache statt. Im Anschluss stehen Snacks und Getränke bereit. 

Zu den Speaker*innen:

Vladimer Chkhitunidze arbeitet als Lokaljournalist beim Community Radio Marneuli, das auf georgisch und aserbaidschanisch sendet. Trotz politischen und ökonomischen Drucks berichtet er weiter, um die Menschen in der Grenzregion zu Armenien und Aserbaidschan über ihre Rechte zu informieren und den Austausch zwischen den Gemeinschaften zu stärken. 

Auch die libanesische Journalistin Cendrella Azar will mit ihrem Journalismus gesellschaftliche Spaltungen überwinden. In den vergangenen Jahren hat sie über Krieg, Vertreibung, geschlechtsspezifische Gewalt und den Alltag der Menschen berichtet, die den politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch im Libanon durchleben.

Die Überzeugung, dass Journalismus Menschen Orientierung geben und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen kann, prägt auch die Arbeit von Mahmoud Al Ashek. Der Syrer begann 2011 als junger Student, (bürger)journalistisch zu arbeiten, und dokumentierte gemeinsam mit anderen Aktivist*innen die Verbrechen des Assad-Regimes gegen die Zivilbevölkerung. 2012 wurde er von einem der Geheimdienste in Damaskus verhaftet und für mehrere Monate inhaftiert. Heute beschäftigt er sich unter anderem mit den politischen und wirtschaftlichen Netzwerken des Assad-Regimes sowie der Aufarbeitung der Verbrechen des syrischen Bürgerkriegs. 

Das Stipendienprogramm von Reporter ohne Grenzen

Seit 2025 lädt Reporter ohne Grenzen jedes Jahr hoch gefährdete Journalist*innen für temporäre Schutzprogramme nach Berlin ein. Die individuelle Förderung von inzwischen 130 Fellows aus 53 Ländern wäre nicht ohne die tatkräftige Unterstützung unzähliger Mitglieder und Spender*innen sowie Partnerschaften möglich.

2026 nehmen wieder zehn Journalist*innen aus Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit an unserem Stipendienprogramm teil, diesmal aus Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Georgien, Indien, Libanon, Myanmar, Philippinen, Serbien, Syrien und Venezuela. Ermöglicht wird dies mit Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Energie, Wirtschaft und Betriebe und Unterstützung der Friede Springer Stiftung, der Elisabeth-Selbert-Initiative und der European Union Temporary Relocation Platform.

Reporter ohne Grenzen finanziert seine Arbeit zum Großteil aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Seit 2013 trägt RSF das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI), das einen transparenten, sparsamen und vertrauenswürdigen Umgang mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen bescheinigt. RSF ist zudem Unterzeichner der Selbstverpflichtung zur Transparenz der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) und wurde 2025 mit dem renommierten PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet.


Links

Broschüre: 15 Jahre Nothilfe und Stipendien (Download)

Unsere aktuellen Fellows: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/stipendien/fellows