Sichtbarkeit ist Macht: KI, Plattformen und Medienpolitik

Im 20. Jahrhundert war die freie Presse vor allem durch staatliche Eingriffe bedroht. Heute ist sie das weiterhin in vielen Ländern der Welt. Doch in Demokratien droht eine weitere Gefahr: die Unsichtbarkeit. Private Informationsintermediäre wie Meta, Google und OpenAI entscheiden inzwischen darüber, welche Informationen sichtbar werden, welche Reichweite erhalten und welche verschwinden. Aus Wegweisern zu journalistischen Quellen werden zunehmend Antwortmaschinen: Suchmaschinen und KI-Systeme liefern fertige Ergebnisse, ohne dass Nutzer*innen eine redaktionelle Quelle noch wahrnehmen. Damit verschiebt sich die Frage der Pressefreiheit. Sie entscheidet sich nicht mehr allein daran, ob Journalismus produziert werden darf, sondern ob er noch auffindbar ist. Wie aber sichern wir „das Recht auf verlässliche Information“, wenn Bürger*innen kaum noch erfahren, auf welchen Quellen ihre Informationen beruhen? Braucht es Regeln, die Auffindbarkeit und Quellentransparenz garantieren? Und wer trägt Verantwortung dafür, dass Vielfalt nicht zur Frage privater Sortierlogik wird?
Paneldiskussion auf der Frankfurter Buchmesse
Wann: Freitag, 09.10.2026, 16:00 - 17:00 Uhr
Wo: Frankfurter Buchmesse, Halle 3.0, Inspiration Stage (Halle 3.0 | J34)
Der Besuch der Veranstaltung ist nur mit einem Ticket für die Frankfurter Buchmesse möglich: www.buchmesse.de/besuchen/tickets
Es diskutieren:

Anna von Garmissen (Moderation) – Journalism Researcherin, Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Anna von Garmissen ist Journalism Researcherin am Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) in Hamburg. Dort forscht sie zum journalistischen Berufsfeld, insbesondere zu sich wandelnden Arbeitsbedingungen, Rollenverständnissen und Belastungen in Zeiten technologischer Transformation. Von 2021 bis 2024 war sie an der repräsentativen Studie „Journalismus unter Druck“ beteiligt, dem deutschen Beitrag zur globalen Befragungsreihe „Worlds of Journalism“. Nebenher ist Anna von Garmissen freiberuflich als Bildungsbeauftragte des Deutschen Journalisten-Verbands NRW sowie als freie Medienjournalistin tätig. Zuvor arbeitete sie u.a. für den gemeinnützigen Verein ProQuote Medien und war Chefredakteurin des Medienmagazins journalist.

Nathanael Liminski – Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen (CDU)
Nathanael Liminski, geboren am 19. September 1985 in Bonn, ist seit dem 29. Juni 2022 Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen sowie seit Juni 2017 Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen. Von 2014 bis 2017 war Liminski Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen. Zuvor war er als Referent für Reden und Grundsatzfragen im Bundesministerium des Innern und im Bundesministerium der Verteidigung tätig. Von 2010 bis 2011 arbeitete er in der Hessischen Staatskanzlei als Referent für die Reden des Hessischen Ministerpräsidenten. Nathanael Liminski studierte Mittelalterliche und Neuere Geschichte, Politische Wissenschaft und Öffentliches Recht (Staatsrecht) an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Christian Mihr – Geschäftsführer Politik & Strategie, Reporter ohne Grenzen
Christian Mihr ist Journalist, Menschenrechtsaktivist und Experte für internationale Medienpolitik. Seit März 2026 ist er Geschäftsführer für Politik und Strategie von Reporter ohne Grenzen (RSF Deutschland). Mihr hatte RSF Deutschland bereits von 2012 bis 2023 geleitet und war anschließend als Mitglied der Geschäftsleitung für Human Rights Impact und Stellvertretender Generalsekretär zu Amnesty International Deutschland gewechselt. Seit 2021 ist er Mitglied im Kuratorium des Leibniz-Instituts für Medienforschung Hans-Bredow-Institut (HBI), seit 2019 Mitglied im Fachausschuss Kommunikation und Information der Deutschen UNESCO-Kommission sowie seit 2024 Mitglied im Beirat von Transparency International Deutschland und im Koordinierungskreis des Forum Menschenrechte. Mihr absolvierte ein Studium der Journalistik, Lateinamerikanistik und Politikwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Universidad de Santiago de Chile.