Veranstaltung

Im Exil ohne Sicherheit – Wie autoritäre Staaten ihre Bürger*innen bis nach Deutschland verfolgen

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Auf einem gezeichneten Feld, stellen sich einer Reporterfigur immer wieder Hindernisse in den Weg: brennende Pässe, Telefone, Flugtickets, Menschen mit Sonnebrille.
RSF / Anonyme*r Illustrator*in
Manche Journalist*innen sind selbst im Exil nicht sicher und weiterhin Angriffen ihres Herkunftsstaats ausgesetzt.

Reporter ohne Grenzen lädt am 2. Dezember ein zu einem Gespräch über transnationale Repression (TNR) – mit dem türkischen Exiljournalisten Can Dündar und der Völkerrechts-Expertin Caroline von Gall.

Menschen, die vor politischer Verfolgung aus ihrem Heimatland fliehen, hoffen meist darauf, irgendwo anders in Sicherheit leben zu können. Für viele Journalist*innen endet aber die Bedrohung nicht mit der Flucht, denn sie können und wollen im Ausland auch weiter arbeiten, berichten, veröffentlichen. Autoritäre Staaten versuchen deshalb auf verschiedene Arten, kritische Stimmen über ihre Landesgrenzen hinaus ruhigzustellen. Sie überwachen, hacken, bedrohen und schüchtern die Betroffenen ein, sie benutzen ihre Gerichte oder setzen Angehörige vor Ort unter Druck.

Dieses Phänomen hat einen Namen, den noch viel zu wenige kennen: Transnationale Repression, kurz TNR. Der Begriff ist zu wenig bekannt, obwohl die Folgen für Betroffene gravierend sind und das Thema auch in Deutschland immer größer wird. Es ist längst nicht nur Zufluchtsort für viele verfolgte Journalist*innen, sondern wird auch wiederholt Schauplatz von TNR.

Reporter ohne Grenzen (RSF) lädt deshalb für Mittwoch, 2. Dezember 2026, um 19 Uhr zu einem öffentlichen Gespräch ins Publix in Berlin-Neukölln ein. Wir wollen Filme zum Thema zeigen, eine Publikation vorstellen und mit betroffenen Journalist*innen und Expert*innen erklären, wie TNR funktioniert, welche Staaten dahinterstehen und warum gerade Medienschaffende besonders im Fokus sind.

Zu den Gästen gehört der türkische Journalist Can Dündar, der seit 2016 im deutschen Exil lebt. Er wird darüber sprechen, wie sich staatliche Verfolgung über Grenzen hinweg fortsetzt und welche Auswirkungen sie auf die journalistische Arbeit und das persönliche Leben hat. Die Rechtswissenschaftlerin Prof. Caroline von Gall ist Expertin für osteuropäisches Recht und Menschenrechte und beschäftigt sich mit staatlicher Repression in Russland – auch im Ausland.

Wir wollen an diesem Abend auch die größeren Zusammenhänge zeigen: Welche Methoden nutzen autoritäre Regierungen? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen den Staaten wie Iran, Russland, Türkei, China und Vietnam? Und wie können Deutschland und andere europäische Länder Menschen besser schützen, die auch im Exil bedroht werden?

RSF beschäftigt sich seit Jahren mit transnationaler Repression und unterstützt bedrohte Journalist*innen im Exil. An diesem Abend stellen wir Ergebnisse unserer Arbeit einer größeren Öffentlichkeit vor, wir zeigen Videos mit Betroffenen und präsentieren unseren Bericht über transnationale Repression durch den russischen Staat.

Moderiert wird das Gespräch von Alena Struzh, Osteuropa-Referentin von Reporter ohne Grenzen. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.

Wann: Mittwoch, 2. Dezember 2026, 19 Uhr
Wo: Publix, Hermannstraße 90, 12051 Berlin
Veranstalter: Reporter ohne Grenzen (RSF)
Sprache: Englisch
Gäste: Can Dündar und Prof. Caroline von Gall