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Die freie Presse zu unterstützen ist einfacher, wenn man weiß, wer es nicht tut.
Die Mächtigen dieser Welt brauchen nur wenige Worte, um die Medien an den Pranger zu stellen. Die neue Kampagne „Quotes“ von Reporter ohne Grenzen (RSF) versammelt 150 Originalzitate von Politiker*innen auf der ganzen Welt, die schonungslos zeigen: Journalist*in zu sein, ist brandgefährlich. Die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit von RSF belegt, dass die freien Medien so stark unter Druck stehen wie noch nie.
„Quotes“ sensibilisiert dafür: Es fällt leichter, sich für die unabhängige Presse einzusetzen, wenn man weiß, wer sich ihr entgegenstellt.

„Die Presse ist Medienterrorismus, ein Psycho-Krieg“, sagte Nicolás Maduro im Jahr 2013. Umgeben von 49 weiteren Zitaten ist das Gesicht des ehemaligen Staatspräsidenten Venezuelas trotz Unschärfe eindeutig zu erkennen. Auch ein Zitat des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu aus dem Jahr 2024 sticht heraus: „Die Medien sind ein terroristischer Kanal.“ Und Ali Chamenei, der getötete ehemalige Oberste Führer des Iran, sagte im Jahr 2000: „Journalist*innen sind ausländische Feinde in unserem Land."

Die Kampagne "Quotes" zeigt ein Muster, das uns nur zu bekannt ist: Die harschen, geradezu gewalttätigen Zitate kommen von Menschen, die Einfluss und Privilegien besitzen. Diese Politiker*innen haben ihre Macht über Jahrzehnte genutzt, um die öffentliche Meinung und den freien Fluss an Informationen zu kontrollieren. 2026 befinden wir uns im Zeitalter der Desinformation. Gerade deshalb müssen wir unabhängigen Journalismus stärken.
Quotes“ rückt die Arbeit unabhängiger Medien und Journalist*innen für den Erhalt der Demokratien in den Fokus, in Deutschland und weltweit. Pressefreiheit ist kein abstraktes Ideal, sondern sie beschreibt unser aller Grundrecht auf Information. Dieses gilt es zu verteidigen - gemeinsam.

Die Kampagne wurde von der internationalen Agentur Innocean Europe konzipiert und umgesetzt. Die verwendeten Fotos stammen von Fotograf*innen und wurden teilweise mit KI bearbeitet, um sie einheitlicher zu gestalten.
Auf der Rangliste der Pressefreiheit rangiert Israel auf Platz 116 von 180 Staaten, Iran auf Rang 177 und Venezuela auf Platz 159.