USA

Zwei Journalist*innen vorübergehend verhaftet

Zwei Journalist*innen vorübergehend verhaftet
© picture alliance / ZUMAPRESS.com | Jackson Tammariello
Don Lemon spricht nach seiner Freilassung mit Reporter*innen.

In den USA sind die preisgekrönten Journalist*innen Don Lemon und Georgia Fort in Zusammenhang mit einem Anti-ICE-Protest verhaftet und anschließend wieder freigelassen worden. Das Justizministerium erhob Anklage wegen angeblicher Verschwörung sowie Verletzung von Bürgerrechten. Lemon und Fort wird unter anderem vorgeworfen, das vom ersten Verfassungszusatz geschützte Recht auf freie Religionsausübung behindert zu haben. Die beiden Journalist*innen hatten am 18. Januar über einen Protest in St. Paul im Bundesstaat Minnesota berichtet, bei der die Demonstrierenden in eine Kirche eingedrungen waren und den Gottesdienst gestört hatten. 

Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt die Verhaftung und juristische Verfolgung der beiden Journalist*innen aufs Schärfste – ein weiterer Angriff auf die Pressefreiheit, der eine neue Qualität hat: „Die US-Regierung geht nun einen Schritt weiter und versucht, Journalist*innen nicht nur einzuschüchtern, sondern mit strafrechtlichen Mitteln zu verfolgen und für ihre Berichterstattung wegzusperren – ein erschreckender Vorgang, der gegen die amerikanische Verfassung verstößt“, sagt Maren Pfalzgraf, RSF-Pressereferentin für Amerika. „Die Anklagen gegen Georgia Fort und Don Lemon müssen sofort fallen gelassen werden.“

Don Lemon, ein erfahrener Reporter und ehemaliger CNN-Moderator, wurde am Donnerstagabend, 29.01., in Los Angeles verhaftet, die freie Journalistin Georgia Fort am Freitagmorgen bei sich zuhause in Minnesota. Beide betonten vor Gericht, dass sie in ihrer Funktion als Reporter*innen bei dem Protest gewesen seien. Nach landesweiter Kritik und zahlreichen Stellungnahmen von Politiker*innen sowie Presse- und Bürgerrechtsorganisationen wurden Lemon und Fort am Freitag wieder freigelassen.

Das Weiße Haus veröffentlichte zu der Verhaftung Lemons einen Beitrag auf X: „When life gives you lemons...“ heißt es dort, begleitet von einem Ketten-Emoji – ein Wortspiel mit dem Nachnamen des Journalisten, das als bewusste Provokation gewertet werden muss und deutlich macht, worum es der Trump-Administration wirklich geht: Rache an Kritiker*innen. Schon während seiner ersten Amtszeit hat Donald Trump seine Feindseligkeit gegenüber Don Lemon zum Ausdruck gebracht. Von Reporter*innen auf die Verhaftung Lemons angesprochen, sagte Donald Trump am Samstag, es sei „das Beste, was ihm passieren konnte“ und beschimpfte ihn als „Widerling“ und „gescheiterten Moderator“.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit belegen die USA Rang 57 von 180. 

Mehr zur Situation der Presse unter der Trump-Administration erfahren.