Eine Person aus jeder Region des Landes: 14 Journalist*innen werden werden derzeit im Senegal im Rahmen des „Defending Voices“-Projekts von Reporter ohne Grenzen (RSF) geschult. Sie sollen als regionale Ansprechpersonen dienen, die bei Bedarf juristisch beraten, gemeinsame öffentlichkeitswirksame Kampagnen planen oder Fortbildungen in digitaler Sicherheit erhalten. Ziel von „Defending Voices“ ist die systematische Dokumentation und Analyse der Lage der Pressefreiheit im Senegal.
„Das Training und der Startschuss für die Anlaufstellen sind die Grundlage für ein landesweites Monitoring-Netzwerk, das Verstöße gegen die Pressefreiheit zuverlässig erfasst, dokumentiert und lokale Kapazitäten stärkt“, sagt Helen Deacon vom RSF-Advocacy-Team, die derzeit als Projektkoordinatorin des „Defending Voices“-Programms in Dakar ist. „Mit diesem Netzwerk kann Reporter ohne Grenzen künftig noch schneller und effektiver auf Vorfälle im Senegal reagieren und Entwicklungen im Bereich der Pressefreiheit sichtbar machen.“
Das Training findet unter der Leitung des senegalesischen Projektteams in der Hauptstadt Dakar statt. Die Teilnehmenden lernen, wie sie Verstöße gegen die Pressefreiheit systematisch und nachprüfbar sammeln und weitergeben. Schwerpunkte liegen auf digitaler und physischer Sicherheit und Monitoring sowie auf verantwortungsvoller journalistischer Praxis. Die Anlaufstellen – „Focal Points“ im Projektjargon – fungieren nach der Schulung dauerhaft als regionale Ansprechpartner*innen und setzen sich für eine verbesserte Informationslage ein. Zudem können sie über ein Netzwerk von Anwält*innen Rechtsbeistand vermitteln. Zentral dabei ist der „Training-of-Trainers“-Ansatz: Die Anlaufstellen sollen das neu erworbene Wissen über sicheres journalistisches Arbeiten in die Regionen des Landes weitertragen.
Das Projekt im Senegal wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und läuft über drei Jahre, von August 2025 bis Juli 2028. Es ist Teil des „Defending Voices Program for the Safety of Journalists”, das zu beitragen soll, in ausgewählten Ländern – Mexiko, Brasilien, Syrien und Senegal – sichere Arbeitsumfelder zu schaffen und die Straflosigkeit für Verbrechen gegen Medienschaffende zu bekämpfen.
Der Senegal zählt zu den Ländern Westafrikas mit ausgeprägter Medienfreiheit. Allerdings ist das Land auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen in den vergangenen Jahren etwas abgesunken und steht aktuell auf Platz 74 von 180.
