Der somalische Journalist Baschir Mohammed Abdullahi ist am 7. September an den Folgen eines gewaltsamen Angriffs gestorben. Maskierte und bewaffnete Männer hatten den 23-Jährigen am 3. September auf dem Weg zu seiner Redaktion angehalten, befragt und ihm anschließend zweimal in den Rücken geschossen. Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die somalischen Behörden auf, den Angriff vollständig aufzuklären und die Verantwortlichen strafrechtlich zu verurteilen.
„Der Tod von Baschir Mohamed Abdullahi zeigt in grausamer Deutlichkeit, dass Journalismus in Somalia noch immer extrem gefährlich ist. Die Behörden müssen diesen Fall lückenlos aufklären und die Täter zur Verantwortung ziehen“, sagt Christopher Resch, RSF-Pressereferent für Afrika. „Nur so lässt sich verhindern, dass in einem Klima der Straflosigkeit weitere Angriffe folgen.“
Neue Gewalt und Konflikte im Land
Baschir Mohamed Abdullahi war am 3. September in Baidoa, einer Großstadt im Südwesten Somalias, auf dem Weg zu seiner Redaktion, als ihn bewaffnete und maskierte Männer anhielten und befragten. Anschließend schossen sie dem Journalisten in den Rücken und verletzten ihn damit schwer. Abdullahi befand sich zum Tatzeitpunkt im Viertel Al-Ahmaar, in dem es gerade zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Milizen kam.
Nach Informationen der National Union of Somali Journalists (NUSOJ), die auf Aussagen lokaler Journalist*innen beruhen, gehörten die Männer nicht zu den Konfliktparteien. Abdullahi wurde in das Bay General Hospital in Baidoa gebracht und dort zunächst behandelt. Während der Vorbereitung zu einer Verlegung in eine Spezialklinik nach Mogadischu verschlechterte sich sein Zustand plötzlich. Er starb schließlich an den Folgen seiner Verletzungen, teilte die NUSOJ mit.
„Visionär mit vielversprechender Zukunft“
Abdullahi arbeitete seit drei Jahren für das Alraadi Media Network in Baidoa und berichtete dort über Nachrichten und Sport. Das Alraadi Media Network bezeichnet sich selbst als Somalias erstes Mediennetzwerk, das in Maay sendet. Maay ist eine Variante des Somali, die vor allem im Süden des Landes gesprochen wird. Zum Netzwerk gehören ein Radiosender, ein Fernsehsender und das Arlaadi Institute for Policy Studies.
Aweis Baschir Abdirahman, Direktor der Mediengruppe im somalischen Bundesstaat South West, beschreibt Abdullahi gegenüber RSF als „dynamischen und visionären jungen Journalisten“. Zugleich fordert Abdirahman die Behörden des Bundesstaates auf, die Verantwortlichen festzunehmen und vor Gericht zu stellen.
Eines der gefährlichsten Länder der Welt für Medienschaffende
Journalist*innen sind in Somalia regelmäßig Verhaftungen, Belästigungen, körperlichen Übergriffen und Bedrohungen ausgesetzt. Seit 2021 hat RSF fünf Fälle von Medienschaffenden dokumentiert, die in Somalia im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet wurden.
Somalia bleibt damit eines der gefährlichsten Länder für Medienschaffende. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht das Land derzeit auf Platz 126 von 180.
