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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Wie die gesamte eritreische Gesellschaft sind auch die Medien der absoluten Willkür von Präsident Isaias Afewerki ausgeliefert, der laut einem UN-Bericht vom Juni 2016 für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich ist. Es gibt keine unabhängigen Medien; die meisten Medienschaffenden haben das Land entweder verlassen oder sitzen seit Jahren im Gefängnis.
MEDIEN
Alle unabhängigen Medien sind seit Beginn der Diktatur im September 2001 verboten. Weder ausländische noch inländische Medien sind zugelassen. Die einzigen existierenden „Medien“ – eine Nachrichtenagentur, der Fernsehsender Eri TV und wenige weitere Publikationen – werden direkt vom Informationsministerium kontrolliert und sind Sprachrohr der Regierungspropaganda. Der Zugang zu Online-Informationen ist sehr begrenzt. Der einzige Lichtblick für diejenigen, die sich über die Lage in Eritrea informieren möchten, ist Radio Erena. Der unabhängige und unpolitische, 2009 gegründete Radiosender wird von Exiljournalist*innen in Paris betrieben. Seine Frequenzen werden jedoch regelmäßig gestört.
POLITIK
Alle Nachrichten unterliegen dem Einfluss des Regimes und der Paranoia des Diktators Afeworki. Er hält Informationen unter Verschluss und behindert ihre Verbreitung selbst an die Mitglieder seiner Regierung nach Kräften.
GESETZE
Die Pressefreiheit wird zwar in der Verfassung garantiert, ist in der Praxis aber nicht vorhanden. Journalismus ist in Eritrea faktisch verboten.
WIRTSCHAFT
Das wirtschaftlich ausgeblutete Eritrea ist eines der ärmsten Länder der Welt. Neue Medien zu gründen ist verboten, einen Markt für Anzeigen gibt es nicht.
GESELLSCHAFT
Die eritreische Gesellschaft lebt seit zwei Jahrzehnten in Angst und Schrecken. Andersdenkende werden verhaftet oder zur Flucht ins Exil gezwungen; ein Recht auf freie Meinungsäußerung gibt es nicht. Die wenigen ausländischen Journalist*innen, die das Land in den vergangenen Jahren besuchen konnten, wurden in der Regel von offiziellen Stellen begleitet, die von ihnen befragten Personen wurden überwacht.
SICHERHEIT
Viele Journalist*innen vegetieren in den Gefängnissen des Regimes dahin, ohne Kontakt zu ihren Familien oder Anwält*innen. Mehrere sitzen länger als alle anderen Medienschaffenden auf der Welt im Gefängnis – ohne Gerichtsverfahren. „Wir werden ihn nicht freilassen und er wird keinen Prozess bekommen“, kommentierte der eritreische Präsident in einem Interview 2009 den Fall des schwedisch-eritreischen Soldaten Dawit Isaak, der seit 20 Jahren unter entsetzlichen Bedingungen in Isolationshaft gehalten wird. Im Juli 2023 bezeichnete die Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für willkürliche Inhaftierung seine Haftstrafe als willkürlich und forderte die eritreischen Behörden auf, seinen Aufenthaltsort preiszugeben. Die Überwachung durch das Regime ist allgegenwärtig. Wer Internetcafés nutzen möchte, muss sich ausweisen, das gilt auch für Journalist*innen.
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Aktuelles
#FreeThemAll: Dawit Isaak
Mit dem heutigen Tag ist es ganze 14 Jahre her, dass der schwedisch-eritreische Journalist Dawit Isaak zum letzten Mal öffentlich gesehen wurde. Am 19. November 2005 war Isaak, der zu diesem Zeitpunkt...

Weltweites Schlusslicht der Pressefreiheit
Unter den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, sind auffallend viele Männer und Frauen aus Eritrea, die dem menschenverachtenden System des Diktators Isaias Afewerki entkommen...

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Eines der „größten Gefängnisse für Journalisten“ weltweit: ROG startet Anzeigen- und Posterkampagne
Vor fast zehn Jahren begann in Eritrea eine „schwarze Woche für die Pressefreiheit“: Während die Weltöffentlichkeit noch mit den Anschlägen vom 11. September beschäftigt war, ordnete der eritreische...

- Eritrea
Journalist fast zehn Jahre ohne Anklage im Gefängnis / ROG und europäische Medien unterstützen Antrag auf Haftprüfung
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- Rangliste der Pressefreiheit 2008
Nur Frieden schützt die Pressefreiheit
„Frieden, nicht wirtschaftlicher Wohlstand, garantiert Pressefreiheit“, stellt Reporter ohne Grenzen (ROG) in seiner siebten Rangliste zur Lage der Medienfreiheit in 173 Ländern fest. Demokratische...

Naizghi Kiflu, die Graue Eminenz einer Diktatur
Reporter ohne Grenzen hat einen Bericht über die Karriere des eritreischen Politikers Naizghi Kiflu verfasst. Naizghi ist Berater des Präsidenten von Eritrea, Issaias Afeworki, und lebt derzeit in...

Mehr als 21.000 nahmen an Online-Protest teil
Reporter ohne Grenzen dankt den 21.843 Internetnutzern, die sich am Mittwoch, dem ersten ‚Internationalen Tag für freie Meinungsäußerung im Internet’, an dem 24-stündigen Online-Protest gegen...

- Internationaler Tag für freie Meinungsäußerung im Internet
ROG ruft zu Online-Protesten auf / Liste „Feinde des Internets“ und Handbuch für Blogger aktualisiert
Heute findet der erste „Internationale Tag für freie Meinungsäußerung im Internet“ statt. Reporter ohne Grenzen (ROG) hat diesen Tag initiiert und ruft ab 11 Uhr zu weltweiten Online-Demonstration...

- Internationaler Tag der Menschenrechte
Weltweit 130 Journalisten hinter Gittern, ROG fordert Freilassung
Weltweit sind derzeit 130 Journalisten wegen ihrer Recherchen und Berichte inhaftiert. Anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte am kommenden Montag (10.12.) erinnert Reporter ohne...

Preis von ROG geht nach Eritrea, Birma, Irak, Ägypten und China
Der eriträische Journalist Seyoun Tsehaye (54) erhielt den diesjährigen Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen und der französischen Stiftung „Fondation de France“. Der seit 2001 inhaftierte...

- Rangliste der Pressefreiheit 2007
Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht
An Spitze und Schluss verändert sich wenig / Bewegungen im Mittelfeld. Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit. Sie vergleicht die Lage der...

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Anlässlich des sechsten Jahrestages der Verfolgungswelle gegen Medien und Journalisten in Eritrea fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) die Außenminister führender demokratischer Länder auf, sich bei...

- Zum Internationalen Frauentag
Für Journalistinnen kein Grund zum Feiern
Reporter ohne Grenzen erinnert anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März an das Schicksal all jener Frauen, die wegen ihrer Arbeit als Journalistinnen bedroht, eingeschüchtert, verhaftet...

- Eritrea
Fessenhaye Yohannes vermutlich im Gefängnis umgekommen
Glaubwürdige eritreische Quellen berichteten Reporter ohne Grenzen, dass der Poet und Dramatiker Fessenhaye Yohannes am 11. Januar hinter Gittern ums Leben kam. Er schrieb für die inzwischen in...

- Rangliste der Pressefreiheit 2006
Demokratien müssen sich stärker für Pressefreiheit einsetzen
„Die Lage der Pressefreiheit ist weltweit alarmierend“, so das Fazit von Reporter ohne Grenzen (ROG) zu dem heute erscheinenden Jahresbericht der Organisation. „Erschreckend viele Journalisten und...
