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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Schweiz
Europa - ZentralasienAuch wenn Journalist*innen in der Schweiz grundsätzlich sicher und geschützt arbeiten können, hat sich das politische Klima für die Pressefreiheit zuletzt eingetrübt – etwa durch parlamentarische Eingriffe gegen den investigativen Journalismus oder in der Debatten über die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie im Rückgang der Mittel für private Medienhäuser.
MEDIEN
Die Schweizer Medienlandschaft ist geprägt von einem starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der SRG-SSR, und traditionell sehr vielfältigen Printmedien. Letztere leiden jedoch seit einigen Jahren unter den Auswirkungen einer starken Konzentration, die mit den Folgen des digitalen Wandels zusammenhängt. Die führenden Zeitungen in der französischsprachigen Schweiz sind 24 heures, Tribune de Genève, Le Temps und La Liberté. In der Deutschschweiz sind es der Blick, der Tages-Anzeiger, die Neue Zürcher Zeitung und die Basler Zeitung. Die wichtigste Tageszeitung der italienischsprachigen Schweiz ist Corriere del Ticino.
POLITIK
Medienschaffende in der Schweiz sind trotz der Nähe einiger Medien zu bestimmten politischen Gruppierungen vor politischem Druck geschützt. Insbesondere der öffentlich-rechtliche Rundfunk verfügt über solide Garantien gegen politische Einflussnahme auf das Programm. Dennoch mehren sich kritische Stimmen, die mangelnden Pluralismus in den Programmen beklagen. Im März 2026 hat eine klare Mehrheit der Schweizer Bevölkerung (62 %) eine Volksabstimmung abgelehnt, die den Rundfunkbeitrag halbieren sollte – ein deutliches Signal an die Politik. Trotzdem muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk in den kommenden Jahren Einsparungen von rund 17 Prozent seines Budgets umsetzen.
GESETZE
Während Medienschaffende in einem insgesamt pressefreundlichen rechtlichen Umfeld arbeiten, sind manche Gesetze problematisch. 2022 stimmte das Schweizer Parlament dafür, dass Richter*innen Medienberichte einfacher vorsorglich stoppen können. Auch ein Gesetz zum Bankgeheimnis ist problematisch: Es stellt die Verbreitung bestimmter Informationen unter Strafe. Versuche, diese Regel zu ändern, sind gescheitert. 2025 wurde erstmals eine Redaktion in Zürich auf dieser Grundlage durchsucht. Ein Gericht hob die Entscheidung später wieder auf. Zudem ist das Prinzip der staatlichen Transparenz eingeschränkt. Behörden können sich auf viele Ausnahmen berufen.
WIRTSCHAFT
Konzentration und Personalabbau haben vor allem die Lokalzeitungen getroffen, viele verschwanden oder wurden von Großverlagen übernommen. Die staatlichen Subventionen für den Mediensektor sind leicht gestiegen, sind jedoch nur befristet.
GESELLSCHAFT
Kritik und abwertende Äußerungen gegenüber Medien nahmen im Vorfeld der Abstimmung über die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks deutlich zu. Das Ergebnis zeigte jedoch: Diese Angriffe spiegeln nicht die Haltung der Mehrheit der Bevölkerung wider. Auch der Krieg in Gaza sorgte für ein stark aufgeheiztes Klima. Die Berichterstattung wurde von sehr emotionaler und teils beleidigender Kritik begleitet.
SICHERHEIT
Das Vertrauen in Journalist*innen ist in den letzten Jahren gesunken, besonders seit der Corona-Pandemie. Auch der Krieg in Gaza und die Abstimmung zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben das Klima weiter verschärft. 60 Prozent der Journalist*innen gaben in einer Studie im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation an, dass sie 2024 Hassrede erlebt haben.
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Aktuelles
- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023
Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem...

- Journalism Trust Initiative
RSF & Steady: für mehr Vertrauen im Journalismus
Der Qualitätsjournalismus steht unter Druck: Angesichts grassierender Desinformation, intransparenter Algorithmen und übermächtigen Technologiekonzernen verliert er weltweit an Ansehen, Reichweite und...

- Rangliste der Pressefreiheit 2023
Unterdrückung von Berichterstattung nimmt zu
Krisen, Kriege und die anhaltende Ausbreitung des Autoritarismus haben dazu geführt, dass die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so instabil war wie seit langem nicht. Dies lässt sich aus der...

- Weltweit
1.657 Medienschaffende seit 2003 getötet
Am heutigen Freitag (07. April) vor genau 20 Jahren wurde der deutsche Journalist Christian Liebig im Irak getötet. Aus diesem Anlass blickt Reporter ohne Grenzen (RSF) auf zwei besonders tödliche...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022
So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 533 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit im...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...

- Rangliste der Pressefreiheit 2022
Krisen, Kriege und Gewalt bedrohen Pressefreiheit
Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit und brachten Journalistinnen und Journalisten seit Anfang 2021 in vielen Ländern der Welt in Gefahr....

Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2021
488 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 488 Journalistinnen,...

- Journalism Trust Initiative
Online-Transparenz-Tool freigeschaltet
Reporter ohne Grenzen hat die Webanwendung der Journalism Trust Initiative (JTI) freigeschaltet, eine Plattform, die vertrauenswürdige Nachrichtenquellen identifizieren und stärken soll. Mithilfe...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
Weltweit 50 Medienschaffende getötet
Mindestens 50 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende weltweit sind in diesem Jahr in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die weitaus meisten von ihnen wurden...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
387 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender bleibt weltweit auf sehr hohem Niveau. Zum Jahresende 2020 sitzen weltweit mindestens 387 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende wegen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2020
Journalisten unter Druck von vielen Seiten
Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019
Weltweit 389 Medienschaffende im Gefängnis
Zum Jahresende 2019 sitzen weltweit 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast...

- Journalism Trust Initiative
Standards für Glaubwürdigkeit mitentwickeln
Reporter ohne Grenzen lädt Interessierte ein, sich an der Entwicklung internationaler Standards für glaubwürdigen Journalismus zu beteiligen. Dazu stellt ROG ab sofort ein Online-Tool zur Verfügung,...
