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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Serbien
Europa - ZentralasienAuch wenn es in Serbien qualitativ hochwertigen Journalismus gibt, der für seine Recherchen zu Kriminalität und Korruption ausgezeichnet wurde, bewegt sich die Medienlandschaft in einem Spannungsfeld aus weitverbreiteten Falschinformationen und Propaganda. Trotz eines grundsätzlich soliden rechtlichen Rahmens sind Journalist*innen politischem Druck ausgesetzt, und Straftaten gegen sie bleiben häufig ungestraft.
MEDIEN
Mit über 2.000 registrierten Medien ist der serbische Markt stark fragmentiert. Einflussreich sind neben dem öffentlich-rechtlichen Sender RTS auch nationale TV-Sender, der unabhängige Kabelkanal N1 sowie zahlreiche Boulevardblätter. Investigativer Journalismus findet zunehmend Gehör. RT Balkan, ein Ableger des in der EU sanktionierten russischen Senders RT, sendet aus Belgrad. Kreml-Propaganda wird auch über serbische Staatssender verbreitet.
POLITIK
In einem politischen Klima, das durch regierungskritische Proteste in den Jahren 2023 bis 2025 weiter polarisiert wurde, geraten Journalist*innen häufig ins Visier von Angriffen aus dem Umfeld der herrschenden Elite unter Präsident Aleksandar Vučić, den Reporter ohne Grenzen als „Feind der Pressefreiheit“ einstuft. Verstärkt werden diese Angriffe durch bestimmte landesweite Fernsehsender. Zudem haben regierungskritische Journalist*innen oft nur eingeschränkten Zugang zu Interviews mit Regierungsvertreter*innen und zu öffentlichen Informationen.
GESETZE
Zwar garantiert die Verfassung die Meinungsfreiheit, doch in der Praxis herrscht ein restriktives Klima. Journalist*innen üben häufig Selbstzensur. Die 2023 verabschiedeten und 2024 geänderten Mediengesetze haben den rechtlichen Rahmen nicht verbessert und die Medienaufsichtsbehörde gilt als dysfunktional. Die für Staatsanwaltschaft und Polizei vorgesehenen Regelungen zur Reaktion auf Angriffe gegen Journalist*innen, die in der Vergangenheit durchaus positive Wirkung zeigten, wurden während der Proteste im Jahr 2025 nicht ausreichend angewandt. Das Justizsystem, das sich mit Angriffen und SLAPP-Verfahren gegen Medienschaffende befasst, muss seine Unabhängigkeit und Wirksamkeit beim Schutz der Pressefreiheit erst noch unter Beweis stellen.
WIRTSCHAFT
Die meisten Medien sind wirtschaftlich abhängig von intransparenten Werbeeinnahmen und staatlichen Förderungen, die von der politischen Elite vergeben werden – meist unter dem Vorbehalt positiver Berichterstattung. Ein zunehmendes Problem ist die Medienkonzentration: Der Einfluss des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Telekom Srbija wächst – sowohl als Kabelnetzbetreiber als auch als Medieninhaber. Gleichzeitig ist die private Mediengruppe United Media, zu der unter anderem der Fernsehsender N1 gehört, politischem Druck ausgesetzt – was Zweifel an der redaktionellen Unabhängigkeit von N1 aufkommen lässt.
GESELLSCHAFT
Insbesondere Journalistinnen werden für ihre Arbeit und ihr Geschlecht angegriffen. Berichte über Gewalt gegen Frauen oder Minderheiten verstoßen in staatsnahen Medien regelmäßig gegen ethische Standards. Rechtsextreme Gruppen bedrohen Redaktionen, die über Migration, LGBTQI+-Themen oder Menschenrechte berichten. Aktivist*innen mit unterschiedlichen politischen Hintergründen – zum Beispiel aus dem rechtsextremen Spektrum – schikanieren Medien, die über Migration, die LGBTQI+-Community und Menschenrechtsthemen berichten.
SICHERHEIT
Journalist*innen, welche über die regierungskritischen Proteste im Jahr 2025 berichteten, waren einer Rekordzahl physischer Angriffe ausgesetzt – RSF dokumentierte mindestens 100 Fälle, von denen viele von Polizeibeamten verübt wurden. Die Wirksamkeit einer Arbeitsgruppe für die Sicherheit von Journalist*innen wird durch mangelnden politischen Willen erheblich beeinträchtigt, was zum Boykott des Gremiums durch Medienvertreter geführt hat. Das Urteil von 2024, das vier ehemalige Geheimdienstmitarbeiter vom Mord an dem Journalisten Slavko Ćuruvija freisprach, wurde vom Obersten Gericht in zentralen Punkten für rechtswidrig erklärt, ohne jedoch aufgehoben zu werden. Der Fall steht exemplarisch für die weitverbreitete Straflosigkeit bei Verbrechen gegen Journalisten. Zudem wurden besorgniserregende Fälle bekannt, in denen Mobiltelefone von Journalisten durch Geheimdienste und Polizei illegal gehackt wurden.
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Aktuelles
- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
Weltweit 50 Medienschaffende getötet
Mindestens 50 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende weltweit sind in diesem Jahr in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die weitaus meisten von ihnen wurden...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
387 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender bleibt weltweit auf sehr hohem Niveau. Zum Jahresende 2020 sitzen weltweit mindestens 387 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende wegen...

Helden der Informationsfreiheit
Mit einer Liste der „Heldinnen und Helden der Informationsfreiheit“ macht Reporter ohne Grenzen (RSF) auf Medienschaffende aufmerksam, die sich in der Corona-Krise in besonderem Maß für freie...

- Rangliste der Pressefreiheit 2020
Journalisten unter Druck von vielen Seiten
Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019
Weltweit 389 Medienschaffende im Gefängnis
Zum Jahresende 2019 sitzen weltweit 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast...

Zeitungen, die nie ankommen
Weltweit greifen Feinde der Pressefreiheit zu heimtückischen Methoden, damit kritische Zeitungsartikel nicht erscheinen. Dabei geraten nicht nur Journalistinnen und Journalisten in ihr Visier, sondern...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018
Weltweit 80 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr....

- Rangliste der Pressefreiheit 2018
Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa
In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017
Weltweit 65 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast die Hälfte von ihnen...

Staat erkauft sich Hofberichterstattung
Der Medienmarkt in Serbien ist sehr stark konzentriert und die Staatsspitze unter Präsident Vucic übt als größter Geldgeber und Werbekunde erheblichen Einfluss auf die Berichterstattung aus. Daran hat...

- Rangliste der Pressefreiheit 2017
Medienfreiheit in Demokratien bedroht
Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit 74 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit mindestens 348 Journalisten in Haft
Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Das geht aus dem heute veröffentlichten...

- Rangliste der Pressefreiheit 2016
Journalisten weltweit unter zunehmendem Druck
Journalisten und unabhängige Medien stehen weltweit unter zunehmendem Druck. In allen Weltregionen ist im vergangenen Jahr ein Rückgang ihrer Freiräume zu beobachten gewesen. Das geht aus der...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
67 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit 110 Journalisten getötet worden. Mindestens 67 von ihnen starben nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen wegen ihrer Arbeit – einer mehr als im Jahr 2014....
