Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Guinea-Bissau
Zentral- und südliches AfrikaDie Sicherheit von Medienschaffenden hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert. Dieser Rückschritt und der politische und wirtschaftliche Druck stellen den Journalismus in Guinea-Bissau auf eine harte Probe.
MEDIEN
Obwohl die Medienlandschaft in Guinea-Bissau relativ vielfältig ist, sind die Medien stark polarisiert. Zu den staatlichen Medien unter dem Einfluss der Regierung gehören das nationale Fernsehen, das sich bemüht, das ganze Land abzudecken, der nationale Rundfunk, die Zeitung No Pintcha und die offizielle Presseagentur. Daneben gibt es rund 88 private und lokal organisierte Radiosender, private Zeitungen und eine kleine Zahl von Online-Medien.
POLITIK
Das politische Umfeld ist von chronischer Instabilität geprägt. Wenige Tage nach gewaltsamen Zusammenstößen im November 2023 stürmten bewaffnete Männer in Militäruniform auf Geheiß von Präsident Umaro Sissoco Embaló die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender und befahlen ihnen, einen Nachrichtenbeitrag über die Auflösung des Parlaments zu senden. Ein ehemaliger Leiter des staatlichen Rundfunks übernahm daraufhin auf Anweisung des Präsidenten gewaltsam die Kontrolle über den Sender, da der derzeitige Leiter seiner Ansicht nach zu sehr mit der Opposition sympathisierte. Anfang 2024 beauftragte der Präsident das Innenministerium mit der Einrichtung von „Brigaden“ zur Überwachung von Radiosendungen und zur Verhaftung unliebsamer Personen. In den vergangenen Jahren hatte der Präsident bereits damit gedroht, mehrere Radiosender zu schließen, weil sie keine ordnungsgemäße Lizenz besäßen, und Medienschaffende als „Mietmäuler“ bezeichnet.
GESETZE
Die Verfassung garantiert die Pressefreiheit und verlangt, dass die Presse frei von wirtschaftlichen und politischen Interessen sein muss. Die Realität ist eine andere. Es gibt allerdings ein Pressegesetz, und Medienschaffende haben einen anerkannten Status. Guinea-Bissau verfügt jedoch über kein Gesetz, das den Zugang der Bürger*innen zu Informationen garantiert.
WIRTSCHAFT
Der Werbemarkt ist nur schwach entwickelt, der Umsatz von Zeitungen ist minimal. Einige Journalist*innen berichten nur dann über Veranstaltungen, wenn der Veranstalter sie dafür bezahlt. Manche Radiosender strahlen Sendungen nur gegen Gebühr aus. Die staatlichen Medien verfügen über mehr Mittel, stehen aber dennoch vor wirtschaftlichen Problemen. Bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 50 Euro sehen sich viele Journalist*innen gezwungen, sich einer Partei anzuschließen, um über die Runden zu kommen. Den Chefs der meisten kommunalen und privaten Radiosender, die allesamt in finanziellen Schwierigkeiten stecken, drohte eine Gefängnisstrafe, wenn sie ihre Lizenzgebühr in Höhe von umgerechnet 380 Euro nicht bezahlten.
GESELLSCHAFT
Immer wieder sehen sich Redaktionen zur Selbstzensur gezwungen, vor allem bei heiklen Themen wie dem Drogenhandel. Über Themen wie Veruntreuung und Korruption, von denen auch Journalist*innen betroffen sind, wird wenig oder gar nicht berichtet.
SICHERHEIT
Journalist*innen werden regelmäßig tätlich angegriffen, Redaktionen geplündert. Es kommt auch zu Fällen von gewalttätigen, auch sexistischen, Belästigungskampagnen im Internet. Insbesondere unabhängigen Radiosendern wird gedroht, dass sie abgeschaltet werden. Einer der beliebtesten Radiosender, Capital FM, musste 2023 seinen Sendebetrieb für sieben Monate einstellen. Angeblich hatten die Verantwortlichen eine jährliche Steuerzahlung nicht geleistet.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Guinea-Bissau
Die Zensur ist sicher – der Putsch ist es nicht
Für den 27. November erwarteten die Menschen in Guinea-Bissau die Ergebnisse der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen – doch es kam anders: Am Tag zuvor gab das Militärkommando bekannt, dass es...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...

Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Guinea-Bissau
#FreeThemAll: Amadou Diallo
In Guinea ist der Journalist Amadou Diallo nach drei Monaten in Haft freigelassen worden. Gleichzeitig verurteilte ihn ein Gericht in der Hauptstadt Conakry wegen „Beleidigung des Staatsoberhaupts“ zu...

#FreeThemAll: Adao Ramalho
In Guinea-Bissau ist der Journalist Adao Ramalho auf offener Straße angegriffen worden. Laut Informationen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) wurde Ramalho, seines Zeichens Reporter für...

#FreeThemAll: Amadou Diallo
In Guinea befindet sich der Journalist Amadou Diallo seit dem 27. Februar dieses Jahres in Haft. Sicherheitskräfte hatten Diallo, seines Zeichens Sportreporter für den staatlichen Fernsehsender RTG,...

#FreeThemAll: Ibrahima Sadio Bah
In Guinea ist der Sportjournalist Ibrahima Sadio Bah verhaftet und wegen „Diffamierung“ zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Das zuständige Gericht in der Hauptstadt Conakry...

- Rangliste der Pressefreiheit 2015
Weltweites Schlusslicht der Pressefreiheit
Unter den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, sind auffallend viele Männer und Frauen aus Eritrea, die dem menschenverachtenden System des Diktators Isaias Afewerki entkommen...

- International
Rangliste der Pressefreiheit 2015 veröffentlicht
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die Rangliste der Pressefreiheit 2015. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder ist die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr...

- International
Jahresbilanz 2014: Deutlich mehr Entführungen
Journalisten müssen immer öfter damit rechnen, bei ihrer Arbeit entführt zu werden: Im zu Ende gehenden Jahr hat Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 119 Entführungen von Journalisten gezählt – 37...

- International
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern...
