Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Pressefreiheit, Medienvielfalt und redaktionelle Unabhängigkeit wurden in Israel seit Beginn des Krieges im Gazastreifen, den Israel am 7. Oktober 2023 nach dem tödlichen Angriff der Hamas begonnen hatte, zunehmend eingeschränkt. Mehr als 220 Journalist*innen wurden in Gaza durch Angriffe der israelischen Streitkräfte getötet, 70 von ihnen im Zusammenhang mit ihrer Arbeit. In Israel selbst hat der Druck auf Medienschaffende zugenommen, ebenso wie Desinformationskampagnen und repressive Gesetze.
MEDIEN
2023 wurde der rechtsextreme Kanal 14 zum zweitmeistgesehenen Fernsehsender in Israel, nach Kanal 12. Ynet ist die meistgelesene Nachrichtenseite des Landes, und die Tageszeitung Haaretz hat trotz begrenzter Leserschaft und trotz des Drucks, dem ihre Mitarbeitenden ausgesetzt sind, erheblichen Einfluss. Weitere Tageszeitungen sind Jediot Acharonot und Israel Hayom. Zudem sind Medien entstanden, die sich an ein arabisch- und russischsprachiges Publikum sowie an die orthodoxe jüdische Gemeinschaft wenden.
POLITIK
Die Politik hat großen Einfluss auf die Besetzung der Rundfunkregulierungsbehörden. Seit 2021 erhalten nur noch Journalist*innen von Kanal 14, einem Medienunternehmen auf Linie des Premierministers Benjamin Netanjahu, Interviews mit dem israelischen Staatschef. Der beschuldigt die israelische Presse, sich gegen ihn zu verschwören. Im Jahr 2024 forderte der Kommunikationsminister die Regierung auf, Haaretz zu boykottieren. Die Zeitung kritisiert als eine der wenigen Medien Netanjahus Politik. Die vielen getöteten Zivilist*innen in Gaza kommen ansonsten in der Berichterstattung kaum vor. Nur wer mit den israelischen Streitkräften „embedded“ ist, darf als Journalist*in nach Gaza einreisen. Unabhängige Berichterstattung ist so nicht möglich.
GESETZE
Im Rahmen der israelischen Militärzensur bedarf die Berichterstattung über eine Vielzahl von Sicherheitsfragen der vorherigen Genehmigung durch die Behörden. Im Jahr 2023 verabschiedete das Parlament eine Änderung des Anti-Terror-Gesetzes, mit der diejenigen bestraft werden, die „systematisch und kontinuierlich terroristische Publikationen konsumieren“ oder „einen direkten Aufruf zu einem terroristischen Akt“ verbreiten. Diese weite Auslegung soll helfen, unliebsame Medien zu verbieten. Ein Gesetz aus dem Jahr 2024 ermöglichst zudem ein Verbot ausländischer Medien, die als Bedrohung für die Staatssicherheit angesehen werden.
WIRTSCHAFT
Israelische Medien befinden sich häufig im Besitz von großen Unternehmen oder Geschäftsleuten, gegen die nur schwer ermittelt werden kann und die sie nutzen, um Druck auf die Regulierungsbehörden und Politiker*innen auszuüben. Mehrere große Reformvorschläge des Kommunikationsministers aus dem Jahr 2024 zielen darauf ab, den öffentlichen Rundfunk zu privatisieren oder sogar abzuschaffen und die Regulierungsbehörden, welche die privaten Rundfunkmedien beaufsichtigen, politisch zu kontrollieren.
GESELLSCHAFT
Arabische Medienschaffende in Israel werden immer häufiger eingeschüchtert. Internationale Berichterstattende haben verstärkt Schwierigkeiten, eine Akkreditierung zu bekommen. Seit Beginn des Krieges in Gaza haben die Behörden die Repressionen gegen Journalist*innen verschärft, insbesondere gegen ausländische und israelische Medienschaffende, deren Berichterstattung über den Krieg vom Narrativ der Regierung abweicht. Die Berichterstattung über den Krieg als Ganzes wird von einem harten nationalistischen Diskurs beherrscht, der wenig Raum für abweichende Perspektiven lässt.
SICHERHEIT
Seit 2023 hat die israelische Armee mehr als 220 Journalist*innen im Gazastreifen getötet, darunter mindestens 70 aufgrund ihrer Arbeit, und auch im Libanon Medienschaffende getötet. In israelischen Gefängnissen sitzt eine beträchtliche Anzahl palästinensischer Journalist*innen ein, die in Gaza und im besetzten Westjordanland festgenommen wurden. Das Vorgehen gegen Journalist*innen, die über regierungskritische Proteste berichten, hat sich verschärft. Zugleich zwingt ein zunehmend nationalistischer Diskurs kritische Medienschaffende zur Selbstzensur. Online-Hetzkampagnen und diskreditierende Propaganda sind keine Seltenheit.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Palästina / Israel
Weltweite Aktion für Gaza am 1. September
Über 150 Medienunternehmen aus mehr als 50 Ländern werden am 1. September an einer groß angelegten Medienkampagne teilnehmen, die von Reporter ohne Grenzen (RSF) und der globalen Kampagnenbewegung...

- Israel / Palästinensische Gebiete
Israelische Armee tötet sechs weitere Journalisten
Israels Premier Netanjahu spricht von einem „Missgeschick“: Am Montag, 25. August, wurden bei einem Angriff der israelischen Armee auf das Nasser-Krankenhaus im Süden des Gazastreifens zunächst vier...

- Gaza / Israel / Deutschland
RSF: Bundesregierung muss dringend handeln
Vor der geplanten Israel-Reise von Außenminister Johann Wadephul fordert Reporter ohne Grenzen (RSF) die Bundesregierung auf, sich endlich für Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen...

- Israel / Palästinensische Gebiete
EU muss Israel-Abkommen aussetzen
Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert gemeinsam mit über 180 internationalen Organisationen die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der Europäischen Union und Israel. Hintergrund sind massive...

- Gaza / Israel
Weltweiter Appell: Wir fordern Zugang nach Gaza
Über 130 Medien und Pressefreiheitsorganisationen aus aller Welt haben sich dem Aufruf von Reporter ohne Grenzen (RSF) und dem Committee to Protect Journalists (CPJ) angeschlossen und freien Zugang...

- Palästinensische Gebiete / Israel / Libanon
So setzt sich RSF in Gaza und Nahost ein
Über den Krieg zwischen Israel und der Hamas und seine Auswirkungen in der ganzen Region zu berichten, ist vor allem für palästinensische Journalistinnen und Journalisten lebensgefährlich. Kein...

Schon 20 gezielte Angriffe seit Jahresbeginn
Im Westjordanland und in Ostjerusalem nimmt der Druck auf Medienschaffende immer weiter zu. Israelische Streitkräfte haben auf Reporterinnen und Reporter geschossen, sie verhaftet und ihre...

- Waffenstillstand in Gaza
RSF fordert Zugang und Aufarbeitung
In einem Jahr und drei Monaten Krieg in Gaza sind mehr als 150 palästinensische Medienschaffende durch Angriffe der israelischen Armee ums Leben gekommen, darunter mindestens 41 im Zusammenhang mit...

- Israel
Netanjahu-Regierung schränkt Pressefreiheit ein
Die Netanjahu-Regierung in Israel hat am 24. November zwei Gesetzesentwürfen zugestimmt, mit denen sie gegen Berichterstattung vorgehen kann, die sich kritisch zu Themen der nationalen Sicherheitslage...

RSF verurteilt israelische Nachrichtenblockade
Nur noch wenige Medienschaffende berichten über die israelische Offensive im Norden des Gazastreifens. Sie arbeiten unter schwierigsten Bedingungen. Reporter ohne Grenzen (RSF) verurteilt die von...

- Israel / Libanon
Tödlicher Angriff muss untersucht werden
Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert eine unabhängige Untersuchung des israelischen Luftangriffs vom vergangenen Freitag. In den frühen Morgenstunden des 25. Oktober waren bei dem Angriff auf ein von...

Zwei Journalisten in akuter Lebensgefahr
Ali al-Attar und Fadi Alwahidi, zwei Kameramänner des internationalen Nachrichtensenders Al-Dschasira (al-Jazeera), schweben zwischen Leben und Tod und müssen sofort evakuiert werden. Darauf haben...

- Krieg in Nahost
Angriffe, Drohungen, Hetzjagden auch im Libanon
Auch im Libanon herrscht nun Krieg, auch hier riskieren Journalistinnen und Reporter an der Front ihr Leben. Bereits im Oktober und November 2023 waren drei Medienschaffende bei ihrer Arbeit durch...

- Israel / Palästinensische Gebiete / Ägypten
RSF und deutsche Medien fordern Gaza-Zugang
In einem offenen Brief hat Reporter ohne Grenzen (RSF) gemeinsam mit überregionalen deutschen Medien die Regierungen von Israel und Ägypten dazu aufgefordert, Journalistinnen und Journalisten...

- Israel / Palästinensische gebiete
Getötete Journalisten: RSF fordert Untersuchung
Bereits am 31. Juli wurden die Al-Dschasira-Journalisten Ismail al-Ghoul und Rami al-Rifi während ihrer Berichterstattung im Gazastreifen bei einem israelischen Luftangriff getötet. Seitdem...
