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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Marokko / Westsahara
Naher Osten und NordafrikaUnabhängige Journalist*innen sind in Marokko ständigen Schikanen ausgesetzt. Die Behörden setzen die Medien unter Druck, um sie für ihre Zwecke einzuspannen. Die aktuelle Regierung unter dem einflussreichen Geschäftsmann Aziz Akhannouch versucht, die Kontrolle der Medien noch zu verstärken.
MEDIEN
Die Vielfalt der marokkanischen Medienlandschaft ist nur eine Fassade; tatsächlich bilden die Medien nicht das Spektrum der politischen Meinungen im Land ab. Unabhängige Medien und Journalist*innen werden schikaniert und verfolgt. Das Recht auf Zugang zu Informationen wird von einer mächtigen Propaganda- und Desinformationsmaschinerie unterdrückt, die im Dienst der Regierung und regierungsnaher Personen steht. Die wenigen noch aktiven unabhängigen Medien, etwa die Nachrichtenportale Lakome, Badil und Enass, bemühen sich noch um qualitativ hochwertigen Journalismus. Die Hauptinformationsquelle für die Bevölkerung sind soziale Medien und Nachrichtenportale.
POLITIK
Seit die Nationale Sammlung der Unabhängigen (RNI) die Parlamentswahlen 2021 gewonnen hat, gehen Premierminister Aziz Akhannouch und Justizminister Abdellatif Ouahbi verstärkt juristisch gegen kritische Journalist*innen vor. Akhannouch nutzt seine finanzielle Macht, um die redaktionellen Entscheidungen der wichtigsten Medien zu beeinflussen. Wer sich gegen die Regierung stellt, muss mit finanziellen Einschränkungen rechnen. Diese Allianz zwischen Geld und Macht verhindert, dass über die Korruption in der Verwaltung berichtet wird: Jeder Versuch, Korruption aufzudecken, ist finanziell und rechtlich mit großen Risiken verbunden. Seit einigen Jahren wird die Arbeit von Journalist*innen durch zahlreiche, vom Königreich implizit vorgegebene Tabuthemen behindert: der Status der Westsahara, die Monarchie, Korruption, der Islam, die Sicherheitsdienste und die Niederschlagung von Protesten.
GESETZE
Die marokkanische Verfassung garantiert Meinungsfreiheit; der rechtliche Rahmen, in dem Journalist*innen arbeiten, ist dennoch prekär. Seit 2016 gibt es für Pressedelikte keine Freiheitsstrafen mehr, Kritiker*innen werden jedoch weiterhin verfolgt. Die Zunahme von Gerichtsverfahren und die mangelnde Unabhängigkeit der Justiz führen zu Selbstzensur. Im Jahr 2023 wurde der Nationale Presserat zudem durch eine vorübergehende Kommission ersetzt – eine weitere Schwächung der Redaktionen. Ein ebenso problematischer Gesetzentwurf zur Einrichtung einer Kommission zur Überwachung des Journalismus wurde jedoch 2026 zurückgezogen.
WIRTSCHAFT
Das wirtschaftliche Umfeld für Medien ist in Marokko ungünstig, sie haben große Probleme, genügend Anzeigenerlöse zu generieren. Die Zahl unabhängiger Redaktionen nimmt ab, sie verfügen kaum über die nötige finanzielle Stabilität für eine tragfähige Entwicklung. Regierungstreue Medien haben leichteren Zugang zu Geldgebern und stehen wirtschaftlich deshalb besser da.
GESELLSCHAFT
Die Gesellschaft konsumiert unabhängige Medien, ist jedoch nicht bereit, sie zu verteidigen. Die in den Medien vorherrschenden Desinformation wird noch verstärkt durch die Förderung eines Sensationsjournalismus, der die Privatsphäre nicht respektiert und ein fragwürdiges Frauenbild transportiert.
SICHERHEIT
Die Begnadigung der Journalisten Taoufik Bouachrine, Omar Radi und Souleiman Raissouni durch den König am 30. Juli 2024 hat Hoffnung geweckt. Journalist*innen können jedoch jederzeit verklagt und Verleumdungskampagnen ausgesetzt werden. Im Jahr 2025 werden mehrere Medienschaffende angegriffen, während sie über die Proteste der Generation Z berichteten.
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Aktuelles
- Marokko / Westsahara
#FreeThemAll: Omar Radi
Nachdem der Menschenrechtler und Journalisten Omar Radi in Marokko wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht erschienen ist, hat Reporter ohne Grenzen die Vereinten Nationen dazu...

- Marokko / Westsahara
#FreeThemAll: Omar Radi
Am 22. September soll in Marokko das Gerichtsverfahren gegen den Menschenrechtler und Journalisten Omar Radi beginnen. Radi, der für marokkanische Medien, aber auch für Zeitschriften im Ausland...

- Marokko / Westsahara
#FreeThemAll: Imad Stitou
In Marokko ist am 5. Juli der Journalist Imad Stitou verhaftet und für 24 Stunden in Polizeigewahrsam genommen worden. Stitou, der für die Nachrichtenseite Le Desk arbeitet, wurde laut Berichten...

- Rangliste der Pressefreiheit 2020
Journalisten unter Druck von vielen Seiten
Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die...

#FreeThemAll: Abdelkabir al-Hor
In Marokko befindet sich Abdelkabir al-Hor seit mittlerweile mehr als zwei Jahren in Haft. Der Journalist und Gründer der Nachrichtenseite Rassd Maroc war bereits im August 2017 festgenommen worden....

- Marokko
#FreeThemAll: Mohamed Sekkaki
In Marokko befindet sich der YouTuber Mohamed Sekkaki seit dem 27. Dezember 2019 in Haft. Ein Gericht in der Stadt Settat hatte ihn zuvor wegen „Majestätsbeleidigung“ zu einer vierjährigen...

- Marokko
#FreeThemAll: Omar Radi
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die marokkanischen Behörden dazu aufgefordert, den Menschenrechtler und Journalisten Omar Radi umgehend freizulassen. Radi, der für marokkanische Medien,...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019
Weltweit 389 Medienschaffende im Gefängnis
Zum Jahresende 2019 sitzen weltweit 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast...

#FreeThemAll: Taoufik Bouachrine
Seit dem 1. Dezember dieses Jahres befindet sich der marokkanische Journalist Taoufik Bouachrine in einem Hungerstreik, um gegen seine Haftbedingungen zu protestieren. Dabei war sein...

#FreeThemAll: Taoufik Bouachrine
Ein Berufungsgericht in Casablanca hat die Haftstrafe für den Journalisten Taoufik Bouachrine um drei Jahre verlängert. Anstatt für zwölf Jahre muss Bouachrine nun für 15 Jahre ins Gefängnis....

#FreeThemAll: Mohamed Lamin Haddi
Verfolgung, Einschüchterung, Folter: Für Journalisten, die in der Westsahara arbeiten, gehört das zum Berufsrisiko. Seit sich die ehemalige Kolonialmacht Spanien 1975 zurückzog, beansprucht Marokko...

#FreeThemAll: Rabii al-Ablak
Seit mehr als einem Jahr befindet sich der Journalist Rabii al-Ablak in einem Gefängnis in der marokkanischen Stadt Tanger. Ein Gericht hatte ihn im Juni 2018 zu einer Haftstrafe von fünf Jahren...

#FreeThemAll: El Bachir Khadda
Am 4. Dezember 2010 saß der Journalist El Bachir Khadda mit zwei Kollegen in einem Café in der Stadt El Ajun, als marokkanische Sicherheitskräfte in das Geschäft stürmten und ihn festnahmen. Wenig...

#FreeThemAll: Hajar Raissouni
Seit dem 2. September dieses Jahres steht die Journalistin Hajar Raissouni in Marokko vor Gericht, weil sie laut Staatsanwaltschaft eine „außereheliche sexuelle Beziehung“ führte und eine „illegale...

Zeitungen, die nie ankommen
Weltweit greifen Feinde der Pressefreiheit zu heimtückischen Methoden, damit kritische Zeitungsartikel nicht erscheinen. Dabei geraten nicht nur Journalistinnen und Journalisten in ihr Visier, sondern...
