Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Bolivien
AmerikaIn Bolivien wird die Pressefreiheit regelmäßig durch Angriffe, Drohungen, Zensur und Schikanen seitens der Regierung und regierungsnaher Kräfte gefährdet. Die Zahl der Angriffe auf Journalist*innen speziell durch Polizeikräfte nimmt zu.
MEDIEN
Die bolivianische Regierung kontrolliert zahlreiche Zeitungen und hat die Überwachung kritischer Medien insbesondere in den sozialen Netzwerken verstärkt. Private Medien sind in den Händen einiger weniger Privatpersonen konzentriert, was den Meinungspluralismus gefährdet. Die wichtigsten Zeitungen sind El Deber und El Diario, der beliebteste Fernsehsender ist Canal Sur. Enge Verbindungen zwischen Medieneigentümer*innen und der Regierung führen bisweilen zu Selbstzensur.
POLITIK
Journalist*innen sind verbalen Belästigungen und Rufschädigungen ausgesetzt, Angriffe auf die Presse werden trivialisiert. Die Zeit der politischen Turbulenzen und Instabilität, die durch das erzwungene Exil von Ex-Präsident Evo Morales Ende 2019 ausgelöst wurde und mit der Wahl des seit November 2020 amtierenden Luis Arce zu Ende ging, war von zahlreichen Angriffen auf die Presse geprägt: Einschüchterungen, körperliche Übergriffe, Diebstahl von Ausrüstung, Zensur in Radio und Fernsehen. Das Verfassungsgericht untersagte Evo Morales die Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen im August 2025, was die Spannungen innerhalb der Regierungspartei Movimiento al Socialismo (MAS) verschärfte – eine Partei, die ohnehin schon zwischen den Anhängern des ehemaligen und des aktuellen Präsidenten gespalten ist. Die politische Unsicherheit im Land führt zu einem zunehmend feindseligen Umfeld für Journalist*innen.
GESETZE
Medienschaffende gelten als unbequem und sind regelmäßig juristischen Schikanen ausgesetzt. Darüber hinaus können Journalist*innen, die „lügen“, „Parteipolitik betreiben“ oder „die Regierung beleidigen“, gemäß einem Dekret aus dem Jahr 2009 von staatlicher Werbung ausgeschlossen werden. Das Pressegesetz von 1925 passt nicht zum digitalen Zeitalter, wird aber von Journalistenorganisationen wegen seiner Grundsätze der freien Meinungsäußerung und Selbstregulierung verteidigt.
WIRTSCHAFT
Obwohl Bolivien über beträchtliche Vorkommen an natürlichen Ressourcen (Gas, Lithium) verfügt, ist es das ärmste Land in Südamerika. Der finanzielle Druck auf die Presse, vor allem durch Androhung des Entzugs staatlicher Werbung, kann dazu führen, dass Medien schließen müssen und bringt somit eine große Unsicherheit für Journalist*innen mit sich. Regierungsnahe Medien werden dagegen privilegiert behandelt.
GESELLSCHAFT
Gewalt gegen Journalist*innen geht insbesondere von Anhängern von Ex-Präsident Morales, der Polizei sowie Politiker*innen aus und ist häufiger geworden. Die katholische Kirche ist seit jeher stark in den Medien vertreten und verfügt über ein vielfältiges und weit verzweigtes Netz von Einflussmöglichkeiten im ganzen Land.
SICHERHEIT
Seit 2020 haben physische Angriffe auf die Medien insbesondere in ländlichen Regionen zugenommen. Viele Radio- und Fernsehsender mussten ihre Tätigkeit vorübergehend einstellen, weil ihre Redaktionen verwüstet wurden. Journalist*innen werden immer wieder gewaltsam angegriffen: So attackierten Protestierende mindestens 25 Medienschaffende, die im Oktober 2024 von den Demonstrationen im Land berichteten. Der Fall von sieben Journalist*innen, die 2021 bei der Berichterstattung über einen Landdisput von einer zivilen bewaffneten Gruppe entführt und gefoltert wurden, bleibt bis heute straflos.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2021
488 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 488 Journalistinnen,...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
Weltweit 50 Medienschaffende getötet
Mindestens 50 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende weltweit sind in diesem Jahr in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die weitaus meisten von ihnen wurden...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
387 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender bleibt weltweit auf sehr hohem Niveau. Zum Jahresende 2020 sitzen weltweit mindestens 387 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende wegen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2020
Journalisten unter Druck von vielen Seiten
Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019
Weltweit 389 Medienschaffende im Gefängnis
Zum Jahresende 2019 sitzen weltweit 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast...

Medien fallen Chaos zum Opfer
Reporter ohne Grenzen ruft alle Konfliktparteien in Bolivien dazu auf, die Pressefreiheit zu respektieren und Berichterstattenden ihre Arbeit zu ermöglichen. In der extrem aufgeheizten,...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018
Weltweit 80 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr....

- Rangliste der Pressefreiheit 2018
Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa
In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017
Weltweit 65 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast die Hälfte von ihnen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2017
Medienfreiheit in Demokratien bedroht
Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit 74 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit mindestens 348 Journalisten in Haft
Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Das geht aus dem heute veröffentlichten...

- Rangliste der Pressefreiheit 2016
Journalisten weltweit unter zunehmendem Druck
Journalisten und unabhängige Medien stehen weltweit unter zunehmendem Druck. In allen Weltregionen ist im vergangenen Jahr ein Rückgang ihrer Freiräume zu beobachten gewesen. Das geht aus der...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
67 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit 110 Journalisten getötet worden. Mindestens 67 von ihnen starben nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen wegen ihrer Arbeit – einer mehr als im Jahr 2014....
