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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Kasachstan
Europa - ZentralasienWährend die Qualität der Berichterstattung von unabhängigen Onlinemedien stetig wächst, steigt gleichzeitig der Druck auf die Presse durch moderne Repressionstaktiken. Besonders die staatliche Kontrolle des Internets – der einzige Raum, wo unabhängige Medien kritisch publizieren können – weitet sich immer stärker aus.
MEDIEN
Die meisten Medien gehören dem Staat oder regierungsnahen Oligarchen, sodass unabhängige Informationen kaum verfügbar sind. Es existieren eine Handvoll unabhängiger Medien wie Vlast.kz, Uralskaja Nedelja, Respublika.kz und die Nachrichtenagentur KazTag. Journalistische Social-Media-Projekte – vor allem auf YouTube und Instagram – wie Protenge, Sa nami usche wyjechali und Giperborej veröffentlichen kritische Recherchen, die Narrative der regierungsnahen Medien widersprechen.
POLITIK
Die Behörden gehen mit Verhaftungen, Gewalt und digitalen Attacken gegen unliebsame Medienschaffende vor. So unterbrachen sie die Telekommunikation und schalteten das Internet ab, um kritische Berichte über die blutigen Massenunruhen im Januar 2022 zu verhindern. Unabhängige Redaktionen kommen kaum an offizielle Informationen, Presseanfragen werden von den Behörden oft ignoriert. Der Staat bezahlt regierungsnahe Privatmedien für die Verbreitung von Propaganda und kontrolliert die Besetzung der Chefredaktionen staatlicher Medien. Das Informationsministerium fungiert als Medienaufsichtsbehörde.
GESETZE
Formal garantiert die kasachische Verfassung Pressefreiheit, jedoch ist Zensur weiter üblich. Die Verbreitung sogenannter Falschinformationen kann seit 2015 mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. Das Recht auf Quellenschutz kann durch richterliche Anordnung aufgehoben werden. Das 2025 in Kraft getretene reformiere Mediengesetz weitet die Zensur und die staatliche Kontrolle der Medien aus. Das Außenministerium kann willkürlich Medien oder Journalist*innen unter Berufung auf die nationale Sicherheit die Akkreditierung verweigern. Ein weiteres im November 2025 beschlossenes Gesetz, das auf ein Verbot der „LGBTQ- Propaganda“ abzielt, verstärkt Zensur in sozialen Medien.
WIRTSCHAFT
Die staatliche finanzielle Unterstützung für Medien hängt unmittelbar davon ab, inwieweit sie die Agenda Regierung und Propaganda verbreiten. Unabhängige Medien, denen staatliche Subventionen fehlen, sind vollständig auf Werbeeinnahmen angewiesen und stehen im Wettbewerb mit regierungsnahen Medien, die es sich leisten können, ihre Anzeigenpreise zu senken.
GESELLSCHAFT
Misstrauen gegenüber Medienschaffenden ist weit verbreitet. Gleichzeitig glauben Bürger*innen schnell an von Blogger*innen verbreitete Informationen und anonymen Social-Media-Beiträgen. Investigative Medienschaffende werden häufig mit Korruptionsvorwürfen überzogen, wenn sie über sensible Themen berichten. Die Behörden sind zumeist schlecht über die Rechte von Medienschaffenden informiert. Sowohl staatliche Sicherheitskräfte als auch private Unternehmen greifen oft zu Gewalt gegen Journalist*innen.
SICHERHEIT
Unabhängige Journalist*innen werden aufgrund ihrer Arbeit bedroht, attackiert und in den sozialen Medien beleidigt. Digitale Attacken gegen kritische Medien häufen sich und Journalist*innen werden auch mithilfe der Spionagesoftware Pegasus überwacht. Wer die Regierung kritisiert, riskiert Verhaftung. Im Lokaljournalismus drohen Personen, die in Recherchen erwähnt werden, Medienschaffenden mit Gewalt.
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Aktuelles
Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Kasachstan
Gewalt gegen Journalisten ein Fall für die UN
Reporter ohne Grenzen (RSF) hat die Vereinten Nationen und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) aufgefordert, die Gewalt gegen Medienschaffende in Kasachstan zu...

- Kasachstan
Unruhen und Gewalt treffen auch Journalisten
Angesichts der Proteste in Kasachstan fordert Reporter ohne Grenzen (RSF) den kasachischen Präsidenten Tokajew auf, den Zugang zu Informationen und die freie Berichterstattung der Medienschaffenden...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2021
488 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 488 Journalistinnen,...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
Weltweit 50 Medienschaffende getötet
Mindestens 50 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende weltweit sind in diesem Jahr in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die weitaus meisten von ihnen wurden...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
387 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender bleibt weltweit auf sehr hohem Niveau. Zum Jahresende 2020 sitzen weltweit mindestens 387 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende wegen...

#FreeThemAll: Saniya Toiken
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die Behörden in Kasachstan dazu aufgefordert, einen vermeintlichen Angriff auf die Journalistin Saniya Toiken untersuchen zu lassen. Eine unabhängige Instanz...

- Rangliste der Pressefreiheit 2020
Journalisten unter Druck von vielen Seiten
Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019
Weltweit 389 Medienschaffende im Gefängnis
Zum Jahresende 2019 sitzen weltweit 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast...

#FreeThemAll: Amangeldy Batyrbekow
Ein Gericht in der kasachischen Stadt Saryagasch hat den Journalisten Amangeldy Batyrbekow zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 2,1 Millionen Tenge, umgerechnet etwa 5000 Euro, verurteilt....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018
Weltweit 80 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr....

- Rangliste der Pressefreiheit 2018
Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa
In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017
Weltweit 65 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast die Hälfte von ihnen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2017
Medienfreiheit in Demokratien bedroht
Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit 74 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen....
