Am Dienstag, 14. Januar 2026, sind in Venezuela fünf Journalist*innen aus dem Gefängnis entlassen worden. Sie sind Teil einer größeren Entlassungswelle von politischen Gefangenen. Zu den Freigelassenen gehört der Journalist Luis López, der im Juni 2024 festgenommen wurde und für die Zeitung La Verdad de Vargas arbeitete. Auch Leandro Palmar und sein Kollege Belices Salvador Cubillán sind wieder frei. Sie arbeiteten für LUZ Radio und wurden wegen angeblicher Terrorismusvorwürfe in Haft gesteckt. Die Journalistin Nakary Mena Ramos und der Kameramann Gianni González, die beide für das Nachrichtenportal Impacto Venezuela berichteten, sind ebenfalls unter den freigelassenen Journalist*innen.
Reporter ohne Grenzen (RSF) begrüßt die Entlassungen und fordert die venezolanischen Behörden auf, die politische und juristische Verfolgung von Journalist*innen zu beenden. Laut der venezolanischen Pressegewerkschaft SNTP kamen alle erwähnten Journalist*innen nur unter Auflagen frei und stehen weiter vor Gericht.
Rory Branker weiter in Haft
Ein sechster Journalist sitzt zudem weiter hinter Gittern: Rory Branker berichtete für die Nachrichtenseite La Patilla und wurde im Februar 2025 gewaltsam festgenommen. Im Dezember wurde er aus dem Gefängnis an einen unbekannten Ort verschleppt. Nach aktuellen RSF-Informationen sitzt er in einem Gefängnis in Tocorón im Bundesstaat Aragua.
„Wir freuen uns, dass fünf von sechs Journalist*innen frei sind. Sie alle wurden willkürlich gefangen genommen, obwohl sie nur ihre Arbeit gemacht haben“, erklärt Maren Pfalzgraf, RSF-Pressereferentin für Lateinamerika. „Die Behörden müssen alle noch bestehenden Anklagen fallen lassen. Auch Rory Branker muss endlich freikommen.“
Nach der US-Militäraktion am 3. Januar und der Verschleppung von Nicólas Maduro hat sich die Situation für Journalist*innen in Venezuela weiter verschlechtert. Auch unter der Interims-Regierung bewegen sich Medienschaffende in einem gefährlichen Umfeld. Am 5. Januar wurden 14 Journalist*innen vorübergehend festgenommen und ihre Ausrüstung durchsucht. Die Behörden erschweren außerdem den Zugang zu offiziellen Informationen. Gleichzeitig verweigern sie ausländischen Journalist*innen weiterhin die Einreise.
Auf der Rangliste der Pressefreiheit 2025 steht Venezuela auf Platz 160 von 180 Ländern.
