Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Venezuela
AmerikaSeit der illegalen Militäraktion der Vereinigten Staaten in Venezuela und der Verschleppung von Machthaber Nicólas Maduro am 3. Januar sind die Bedingungen für Journalist*innen im Land weiter schlecht. Die Interimsregierung hat zwar alle inhaftierten Journalist*innen freigelassen, doch die Pressefreiheit bleibt stark eingeschränkt. Nach Jahren der Unterdrückung und strengen Informationskontrolle durch das Regime bedeutet die neue Situation vor allem eine erhöht instabile Lage und unberechenbare Gefahren für Journalist*innen.
MEDIEN
Seit 2013 hatte die Maduro-Regierung ihre Maßnahmen gegen den Medienpluralismus kontinuierlich verschärft: Das offizielle Monopol auf Papierimporte und Druckereizubehör führte zum Verschwinden der Printausgaben von etwa hundert Zeitungen. Wegen der undurchsichtigen Vergabe und des Entzugs von Rundfunkfrequenzen mussten 200 Radiosender schließen. Die Regierung blockiert zudem gezielt Online-Nachrichten, was den Online-Journalismus erheblich erschwert. Diese Sperren erfolgen oft selektiv und zeitweise und gehen mit schlechter Internetverbindung einher, die den Zugang der Menschen zu freien Informationen zusätzlich einschränkt. Lokale Organisationen berichten, dass unter der Regierung von Maduro mehr als 400 Medien geschlossen wurden. Einige unabhängige Redaktionen arbeiten aus dem Exil oder mit Teams im Ausland, um Risiken zu verringern und weiter berichten zu können.
POLITIK
Nicolás Maduro führte die von seinem Vorgänger Hugo Chávez etablierte Politik der „Medienhegemonie“ konsequent fort. Seit dem US-Militäreinsatz vom 3. Januar 2026, bei dem Maduro festgenommen wurde, herrscht jedoch große Unsicherheit über die Zukunft der Pressefreiheit im Land.
GESETZE
Obwohl das Recht auf freie Meinungsäußerung in Artikel 58 der Verfassung verankert ist, wird es mit keinerlei politischen Maßnahmen geschützt. Zuletzt hat die unrechtmäßig von der Maduro-Regierung kontrollierte verfassungsgebende Nationalversammlung Maßnahmen wie das sogenannte „Anti-Hass-Gesetz“ gebilligt. Etwa 80 Venezolaner*innen, darunter 17 Journalist*innen und Medienunternehmen, wurden nach diesem Gesetz bestraft, hauptsächlich weil sie einflussreiche Personen kritisiert hatten, insbesondere in den sozialen Netzwerken. Das Maduro-Regime hat sich bei der Unterdrückung und Verfolgung von Journalist*innen nach den Wahlen wiederholt auf dieses Gesetz berufen. Gleichzeitig erhöhen gesetzliche Vorgaben zur Finanzierung den Druck auf Medien, die internationale Unterstützung erhalten. Behörden können diese Regeln nutzen, um administrativ oder strafrechtlich gegen sie vorzugehen.
WIRTSCHAFT
Venezuela bleibt von tiefen sozialen Ungleichheiten geprägt. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt in Armut. Die Wirtschaftskrise zwischen 2015 und 2020 hat zu einem drastischen Rückgang staatlicher Werbung geführt, deren Vergabekriterien undurchsichtig und willkürlich sind – ein Umstand, der regierungsnahe Medien begünstigt und andere dazu zwingt, offizielle Meldungen zu verbreiten oder schließen zu müssen. Staatliche Regulierung und Einschränkungen im Internet bringen unabhängige Medien zunehmend in finanzielle Not – einige sind gezwungen, aus dem Exil weiterzuarbeiten.
GESELLSCHAFT
Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise sind Millionen von Venezolaner*innen in die Nachbarländer ausgewandert. Schätzungen zufolge hat ein Viertel der Gesamtbevölkerung, vor allem junge Menschen im arbeitsfähigen Alter, das Land in den vergangenen Jahren verlassen. Diese Migration wirkt sich auch auf die Medienlandschaft aus und verstärkt die grenzüberschreitende Verbreitung von Inhalten und journalistischer Arbeit.
SICHERHEIT
Journalismus findet in Venezuela in einem sehr restriktiven Klima statt. Im Vorfeld von Wahlen oder in Zeiten politischer Konflikte werden Reporter*innen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit häufig körperlich angegriffen oder bedroht. Da sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Medien-Ombudsperson unter Maduros Kontrolle stehen, wird körperliche oder verbale Gewalt gegen Journalist*innen selten strafrechtlich verfolgt. Im Gegenteil: Die Staatsanwaltschaft rechtfertigte die Repressionen und Verhaftungen von Medienschaffenden nach der Wahl im Jahr 2024.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Venezuela
Fünf von sechs Journalist*innen wieder frei
Am Dienstag, 14. Januar 2026, sind in Venezuela fünf Journalist*innen aus dem Gefängnis entlassen worden. Sie sind Teil einer größeren Entlassungswelle von politischen Gefangenen. Zu den...

- Venezuela
Nach US-Intervention: Verfolgung und Festnahmen von Journalist*innen
Seit der illegalen Militäraktion der Vereinigten Staaten in Venezuela und der Verschleppung von Machthaber Nicólas Maduro am 3. Januar haben sich die Bedingungen für Journalist*innen im Land weiter...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Venezuela
Keine Presse, keine Wahl
Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro, der seit 2013 an der Macht ist, führt einen erbitterten Kampf gegen die Medien im Land. Kritische Stimmen sind unerwünscht – vor allem jetzt, kurz vor...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...

Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Venezuela
#FreeThemAll: Luis Gonzalo Perez
Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat die venezolanischen Behörden dazu aufgerufen, die Journalisten Luis Gonzalo Perez und Rafael Hernandez umgehend freizulassen. Perez und Hernandez, die...

- Venezuela
Zensurwelle gegen kritische Medien
Reporter ohne Grenzen verurteilt die jüngsten Angriffe der Regierung von Nicolás Maduro auf mehrere kritische und unabhängige Medien. Staatliche Behörden suchten Redaktionen auf, beschlagnahmten...

- Venezuela
#FreeThemAll: Otilio Rodriguez
Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat die venezolanischen Behörden dazu aufgefordert, das Verfahren gegen den Journalisten Otilio Rodriguez einzustellen. Rodriguez, der für den privaten...

- Venezuela
#FreeThemAll: Eduardo Galindo
Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat die Behörden in Venezuela dazu aufgefordert, den Journalisten Eduardo Galindo umgehend freizulassen. Galindo, der als Redakteur für die...

- Venezuela
#FreeThemAll: Jesús Enrique Torres
In Venezuela stehen die Journalisten Jesús Enrique Torres und Jesús Manuel Castillo wegen ihrer Berichterstattung über die Ausbreitung des Coronavirus vor Gericht. Torres und Castillo, die für ein...

- Venezuela
Zensur auf neuem Höhepunkt
Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die venezolanische Regierung auf, Journalistinnen und Journalisten eine freie Berichterstattung über die aktuelle Staatskrise zu ermöglichen. In der vergangenen...
