Großbritannien / USA 25.09.2020

#FreeAssange-Petition von Spambot angegriffen

Protest für die Freilassung von Julian Assange mit zerrissenen USA-Flaggen, einem Schild mit der Aufschrift "Stop this political trial" und einem anderen Schild mit der Aufschrift "Don't extradite Assange"
Protest für die Freilassung Assanges vor dem Zentralen Strafgerichtshof © picture alliance / AP Photo

Die internationale #FreeAssange-Petition von Reporter ohne Grenzen (RSF) sowie Teile der englischsprachigen Website auf rsf.org sind Opfer einer Spambot-Attacke geworden. Dabei wurden der Petition Zehntausende gefälschte Unterschriften hinzugefügt. RSF reagierte jedoch zeitnah, so dass die Veröffentlichung privater Daten von Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern verhindert werden konnte. Die Datenbank der Organisation sowie andere Petitionen waren nicht von dem Angriff betroffen und sind nach wie vor sicher. Auch die deutschsprachige #FreeAssange-Petition auf reporter-ohne-grenzen.de war nicht betroffen.

Auch wenn der Ursprung und das genaue Motiv für die Tat derzeit noch nicht bekannt sind, lässt sich doch vermuten, dass es sich bei dem Angriff um eine gezielte Manipulation handelte. Der Spambot kombinierte falsche Namen mit echten E-Mail-Adressen, mutmaßlich um die Petition zu verfälschen und die Legitimität dieser öffentlichen Forderung nach Pressefreiheit zu untergraben. Zudem fand der Angriff zeitgleich mit dem US-Auslieferungsverfahren des Wikileaks-Gründers Julian Assange am Zentralen Strafgerichtshof in London statt. RSF ist weiterhin die einzige Nichtregierungsorganisation, die trotz massiver Einschränkungen für Beobachterinnen und Beobachter Zugang zu dem Verfahren erhalten hat.

RSF wird weiter für Assanges Freilassung eintreten

Mittlerweile sind fast alle falschen Einträge des Spambots entfernt worden. Es bleiben rund 82.000 Unterschriften, die bereits vor dem Angriff auf Echtheit überprüft wurden, und somit eine enorme Reichweite haben - zumal zu diesen Unterschriften noch beinahe 7.000 Signaturen unter der deutschen Version dazukommen.

„Jetzt brauchen wir Ihre Hilfe, um die falschen Unterschriften durch noch mehr echte zu ersetzen“, sagte die RSF-Direktorin für internationale Kampagnen Rebecca Vincent. „Wir werden sicherstellen, dass die britischen Behörden diese Zehntausenden von Stimmen nicht ignorieren können. Bitte unterschreiben Sie und verbreiten Sie unsere #FreeAssange-Petition weiter!“

Zu Beginn der Wiederaufnahme des Auslieferungsverfahrens am 7. September versuchte RSF gemeinsam mit Assanges Lebensgefährtin Stella Moris die ersten 80.000 Unterschriften der Petition am britischen Regierungssitz in der Downing Street 10 zu übergeben. Da die Annahme jedoch verweigert wurde, präsentierten die RSF-Direktorin für internationale Kampagnen Rebecca Vincent und der Geschäftsführer von RSF Deutschland Christian Mihr, ihr Transparent mit allen 80.000 Namen öffentlich vor dem Zentralen Strafgerichtshof. Am Ende des Verfahrens wird RSF erneut versuchen, die Petition an der Downing Street 10 abzugeben.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit belegt Großbritannien Platz 35, die USA belegen Platz 45 von 180 Staaten.

Die deutsche Petition ist weiterhin freigeschaltet und kann hier unterschrieben und geteilt werden.



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